27.09.2014, 00:00 Uhr

Handel ist mit Biobauern strenger als die EU

Landesbäuerin und LKS-Vizepräsidentin Elisabeth Hölzl und Salzburgs Bio Austria-Obmann Sebastian Herzog sprechen in "Bezirksblätter nachgefragt" mit Moderatorin Stefanie Schenker über die Situation von Biobauern. (Foto: BB)
Die Auflagen für Biobauern würden ständig in die Höhe geschraubt – nicht nur von der EU, sondern auch vom heimischen Lebensmittelhandel. Das berichten Salzburgs Landesbäuerin und Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Elisabeth Hölzl und Salzburgs Bio-Austria Obmann und Biobauer Sebastian Herzog aus Leogang in der aktuellen Ausgabe von "Bezirksblätter nachgefragt" auf RTS.

Einerseits sei der Lebensmittelhandel natürlich ein sehr wichtiger Partner für Salzburgs mehr als 3.400 Biobauern – aber die Ausweisung regionaler Produkte und Produzenten aus der Region sei schon auch eine "gute Werbung" für die Supermarktketten selbst, so Hölzl. Was für die Biobauern zunehmend ein Problem werde, seien die zusätzlichen Auflagen, die Handelsketten den Bauern für ihre eignen Bio-Produktlinien abverlangen. Im "normalen" Biobereich – der so EU, aber auch österreichischen Biovorgaben entspricht – müssen zum Beispiel Viehhalter mit weniger als 35 Kühen keinen Laufstall haben, manche Handelskette verlangt das aber dennoch. "Hauptsächlich um sich von Biomarken der Konkurrenz abzuheben", sagt Herzog. Der Mehraufwand durch notwendige Investitionen oder höhere Bewirtschaftungskosten werde von den Handelskonzernen nicht abgedeckt.

Dabei stelle sich nicht nur die Frage nach der Sinnhaftigkeit, sondern auch danach, ob der Konsument etwas von diesen zusätzlichen Auflagen hat. "Sehr wahrscheinlich wissen die Konsumenten gar nichts davon, dass es hier unterschiedliche zusätzliche Auflagen von Handelskonzernen gibt", vermutet Herzog.

Des weiteren geht es in der Sendung auch darum, wie man als Konsument ein Bio-Produkt erkennt.
Alle Bio-Produkte in Österreich müssen mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet sein.
Bio-Produkte mit österreichischer Herkunftsgarantie tragen zusätzlich das AMA-Biozeichen mit Ursprungsangabe.
Infos zu den Bio-Zeichen der Handelsketten gibt es hier.

Die Sendung "Bezirksblätter nachgefragt" läuft im Programm von RTS und ist im Internet abrufbar: zur Sendung.

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