12.10.2017, 14:35 Uhr

Pinzgauer Skigebiete sind bereit für den Winter

Pistengenuss am Kitzsteinhorn (Foto: Kitzsteinhorn)
Mit der ersten offiziellen Fahrt am 31. Dezember 1927 ist die Schmittenhöhenbahn nicht nur das älteste Seilbahnunternehmen des Landes, sondern hat damals auch den Startschuss zur touristischen Eroberung der Pinzgauer Bergwelt gesetzt. Heute sind die Schmitten, das Kitzsteinhorn und Saalbach-Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn drei Top-Destiantionen im internationalen Wintertourismus. In den vergangenen 15 Jahren sind sie – dank der gemeinsamen Wintersaisonkarte "Ski Alpin Card" und enormer Investitionen in bessere und mehr Verbindungsbahnen – immer näher zusammengewachsen.

Skigebiete wachsen enger zusammen

Auch heuer erwarten Saisonkartenbesitzer – die gibt es bis 6. Dezember im Vorverkauf um 546 Euro (für Erwachsene) – und Tagesskifahrer eine Reihe noch Neuerungen. So nimmt die neue 10er-Kabinenbahn areitXpress-Bahn am Wochenende vom 8. bis 10. Dezember ihre Fahrt auf. An der Bergstation entsteht eine Lounge mit Feuerstube. Zudem wird auch weiter kräftig investiert. Am Kitzsetinhorn, wo der Skibetrieb bereits seit 30. September läuft wurde mit dem Bau der Talstation für die Verbindung von Kaprun über den Maiskogel bis auf das Kitzsteinhorn begonnen. Im Dezember 2018  wird die erste Teilstrecke eröffnet, die zweite Strecke soll ein Jahr später folgen: Dann wird Salzburgs erste Dreiseilumlaufbahn vom Maiskogel auf das Kitzsteinhorn ihren Betrieb aufnehmen. Ab dem Zeitpunkt kann man – einzigartig in den Ostalpen – mit insgesamt sechs Seilbahnen von 768 Metern Seehöhe aus dem Kapruner Ortszentrum direkt bis auf den 3.0029 hohen Gletscher am Kitzsteinhorn fahren. Zwölf Kilometer lang ist dann diese Panoramafahrt, die Investition beläuft sich auf 81,5 Millionen Euro. Ab der Saison 2019/20 soll dann das Skigebiet Saalbach-Hinterglemm erstmals auch von Viehofen aus erreichbar sein.

Neu in Saalbach: Die Gruppenumlaufbahn auf den Kohlmais wird von einer modernen 10er-Einseilumlaufbahn ersetzt. Die ersten Baumaßnahmen wurden gesetzt, der finale Bauabschnitt erfolgt im Sommer nächsten Jahres. Das besondere: Die Talstation wird ebenerdig zugänglich, außerdem werden Tiefgaragenplätze und Mitarbeiterwohnungen errichtet. Das ist deshalb notwendig, weil der Seilbahnenbetrieb nicht mehr genügend Mitarbeiter direkt in der Region findet.

Ab Mai 2018 gibt es eine Jahressaisonkarte

Neu ist auch die zunehmende Bedeutung des Ganzjahrestourismus mit der sportlich-aktiven Inszenierung der heimischen Bergwelt. 15 Jahre nach Einführung der "Ski Alpin Card" soll es ab Mai 2018 deshalb eine Ganzsjahressaisonkarte geben – zu einem "attraktiven Preis", wie Norbert Karlsböck betont. Details wollte ernoch keine nennen, nur so viel: Es kommt ein "kleiner" Aufschlag in zwei Varianten auf die Wintersaisonkarte dazu. Einmal mit einer "klassischen" Nutzung der Bahnen im Sommer – etwa fürs Wandern – und einmal mit einer "intensiven" Nutzung für Sportarten wie Mountainbiker, Downhill-Fahrer, Paragleiter und ähnliches.

Skifahren mit gutem Gewissen

Zum 90-Jahr-Jubiläum plant die – übrigens nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS zertifizierte – Schmittenhöhenbahn eine interaktive Jubiläumsausstellung. Apropos Umweltmanagement: Das Zertifikat, das quasi zum "Skifahren mit gutem Gewissen" einlädt, habe man deshalb erworben, weil man das in der Öffentlichkeit vorherrschende Bild vom Umweltsünder Skigebiet so nicht stehen habe lassen wollen, erklärt Vorstand Erich Egger. "Wir haben eine der größten gebäudeintegrierten Photovoltaikanlagen, wir schauen uns gemeinsam mit Experten  die Qualität unserer Skipisten im Sommer an, die übrigens ein wertvoller Lebensraum sind. Das alles wollten wir uns von unabhängiger Stelle bestätigen lassen", sagt Egger.

"Uns ist bewusst, dass wir in einer sensiblen Region arbeiten, wenn wir Projekte umsetzen, dann mit ökologischer Begleitplanung, in die auch viel Geld fließt", ergänzt Gletscherbahnen Kaprun-Vorstand Norbert Karlsböck.

Mit einem Umsatz von 140,4 Millionen Euro (plus 3 Prozent), rund 1.200 Mitarbeitern und geplanten Investitionen von 71,8 Millionen Euro sind die drei Pinzgauer Skigebiete ein wichtiger Arbeitgeber und Investitionsmotor sowie touristisches Fundament im Pinzgau.
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