Interview
Susann Anders über ihren neuen Roman "Die Giftmöderin"

Susanne Klaffenböck-Pointecker schreibt unter dem Pseudonym "Susann Anders". Mit "Der Giftmörderin" erschien kürzlich ihr zweiter Krimi im "Edel Elements-Verlag".
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  • Susanne Klaffenböck-Pointecker schreibt unter dem Pseudonym "Susann Anders". Mit "Der Giftmörderin" erschien kürzlich ihr zweiter Krimi im "Edel Elements-Verlag".
  • Foto: Bilderwerkstatt Bischof/Edel Elements
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BRUNNENTHAL. Nach "Der Sandmann" hat Susanne Klaffenböck-Pointecker nun ihren nächsten Krimi veröffentlicht: "Die Giftmörderin". Im Interview spricht sie über ihre mordende Hauptfigur Anna Zwanzinger, Abgabedeadlines und ihr Pseudonym "Susann Anders".

Nach „Der Sandmann“ ist kürzlich Ihr zweiter Krimi „Die Giftmörderin. Das Töten der Anna Zwanzinger“ erschienen. Was erwartet die Leser?
Klaffenböck-Pointecker: Manchmal blickt man in ein Paar Augen und ist fasziniert, will eintauchen in diesen Menschen und mehr über ihn erfahren. So erging es mir, als ich im Internet über ein Bild der Serienmörderin Anna Zwanziger gestolpert bin. Ich wollte hinter die Fassade blicken und dem Bild Leben einhauchen. Den Leser erwartet weniger ein Krimi, sondern vielmehr das Porträt, der Werdegang, das Gefühlsleben einer Mörderin, die nie eine sein wollte und diesen Weg doch selbst gewählt hat.

Eine kurze Inhaltsbeschreibung zur „Giftmörderin“?
"Die Giftmörderin – das Töten der Anna Zwanziger" ist das Porträt einer Frau, die zu kalt war, um Mitleid zu empfinden.
 Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1796 ist Anna Zwanziger der völligen Mittellosigkeit ausgeliefert. Um das Überleben ihrer Kinder zu sichern, fühlt sie sich zur Prostitution gezwungen. Als sie Jahre später in einem angesehen Haus die Stelle als Dienstmädchen antritt, sieht sie ihre Chance und vergiftet die Hausherrin, um anschließend den reichen Witwer zu ehelichen. Ihr hinterhältiger Plan geht jedoch nicht auf und so begibt sie sich auf die Suche nach der nächsten passenden Partie ...

Wie viel von Ihnen selbst steckt in Ihren Romanen?
Anna Zwanziger und mich verbindet rein gar nichts – zum Glück. Sie war ein schrecklich egozentrischer Mensch, hat ihre Kinder vernachlässigt, sich prostituiert und gezielt gemordet. Und trotzdem mochte ich sie, diese verschrobene Anna.

Was oder wer inspiriert Sie beim Schreiben? Woher nehmen Sie Ihre Ideen?
Im Fall der Anna Zwanziger war Inspiration kein großes Thema – viel mehr durfte ich in der Vergangenheit graben und mich in der Recherche ausleben. Wenn man dann endlos lange Aufzeichnungen von Gerichtsverhandlungen gelesen hat, bekommt man plötzlich ein Gespür für die Person und weiß, wie sie gesprochen, gehandelt, und sogar wie sie gedacht hat. 
Wie im vorhergehenden Buch "Der Sandmann" ließ mich auch Anna Zwanziger tief in ihre Seele blicken. Ja, und dann schreibt sich Buch plötzlich wie von selbst.

Sind Sie eher der Drauflos-Schreibetyp oder der Vorab-schon-alles-geplant-Schreiber?
Drauflos schreiben ginge bei mir nicht. Ich plane jedes Buch inhaltlich durch, zwar nur skizzenhaft, aber genau dieser Entwurf wird dann im Schreibprozess umgesetzt. So mache ich es bei allen Büchern, das gibt mir Halt und ist Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit meiner Agentur und dem Verlag.

Mit ihrem neuen Verlag „Edel Elements“ erscheinen in den nächsten vier Jahren acht Bücher. Zwei davon, „Der Sandmann“ und „Die Giftmörderin“ sind schon erschienen. Der nächste, „Die vergangenen Tage auf Leden Hall“, folgt im Juni. Wie stressig ist so eine Halb-Jahres-Deadline?  
Die Inhalte für diese acht Bücher stehen bereits, von daher brauche ich sie „nur noch“ zu tippen. Sechs Monate sind dabei absolut realistisch – zumal es ja keine 1.000-Seiter werden. Ich habe für jeden Tag eine gewisse Zielvorgabe und die gilt es zu erreichen, bevor ich es mir vor dem Fernseher gemütlich machen darf. Da bin ich ziemlich streng mit mir.

Worum geht’s in „Die vergangenen Tage auf Leden Hall“?
Auf die Veröffentlichung dieses Buches freue ich mich schon ganz besonders. Nichts gegen den Sandmann und die Giftmörderin, aber es war so schön, endlich eine Geschichte schreiben zu dürfen, in denen nicht ständig gemordet und vergiftet wird. „Die vergangenen Tage auf Leden Hall“ ist ein Familiengeheimnis-Roman, der auf zwei Ebenen erzählt wird. Im Wechsel wird das Schicksal der Großmutter Alice Havering und der Enkeltochter Maréne Peron beleuchtet, und am Ende ergibt hoffentlich alles Sinn für den Leser.
Kurz zum Inhalt: 
Das Waisenmädchen Alice wird von der wohlhabenden Familie Bell aufgenommen und darf sich auf deren Landsitz mit niederen Arbeiten ihr Bleiberecht sichern. Sie und die beiden Kinder des Hauses verbindet ein enges Band – sehr zum Argwohn der Eltern. Dem Kindesalter entwachsen entwickelt sich zwischen dem Sohn der Bells und Alice eine innige Liebe. Gemeinsam wollen sie vor dem Zorn der Eltern fliehen, um sich andernorts ein neues Leben aufzubauen. Doch dann verschwindet Alice plötzlich auf unerklärliche Weise. Etwa fünfzig Jahre später beginnt Marlène in der Vergangenheit ihrer Familie zu graben und stößt auf ein Geheimnis, dessen dramatisches Ausmaß für immer hätte totgeschwiegen werden sollen ...

Sie bedienen nicht nur ein Genre. Schreiben Liebesgeschichten, Krimis, … Was ist ihr Lieblingsgenre?
Was das Genre betrifft, bin ich sehr offen, da verlasse ich mich ganz auf meine Ideen. Wichtig ist mir, Figuren zu erschaffen, die glaubhaft sind, die ihr Leben auf außergewöhnliche Weise meistern, aufstehen, wenn sie gefallen sind und nicht müde werden, für ihre Ziele zu kämpfen.
  
Gehen Sie beim Schreiben an die verschiedenen Genres unterschiedlich heran oder bleibt die Arbeitsweise egal welches Genre die gleiche?
Ich laufe schnell Gefahr, zu tief in einer Figur zu versinken. Gerade bei Anna Zwanziger musste ich immer wieder etwas auf Abstand gehen, um mich nicht total in ihrem Wahnsinn zu verstricken.

Derzeit gibt es Ihre Romane nur als e-Books. Sind auch Printausgaben in Planung?
In Planung, ja. Mehr darf ich dazu noch nicht sagen.

Warum das Pseudonym „Susann Anders“?
Meine Agentin hat dazu geraten, mir ein Pseudonym zu überlegen. Mein Real-Name Susanne Klaffenböck-Pointecker füllt ja alleine schon ein halbes Buch. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt fühle ich mich total wohl mit meinem Autorennamen.

Was lesen Sie selbst aktuell?
Ja, das mit dem Lesen ist so eine Sache. Ich würde am liebsten alle Bücher verschlingen, wenn ich Zeit hätte. Im Moment lese ich „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger, „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ von Sophie Oliver und „Dana Mallory – Das Haus der lebenden Schatten“ von Claudia Romes.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
An dieser Stelle ist träumen erlaubt, oder? Also: In fünf Jahren habe ich einen Vertrag bei einem namhaften Verlag unterschrieben. Meine Bücher liegen in sämtlichen Buchhandlungen, ich gebe Signierstunden auf Buchmessen und mache Lesereisen durch Österreich und Deutschland (grinst).

Susanne Klaffenböck-Pointecker schreibt unter dem Pseudonym "Susann Anders". Mit "Der Giftmörderin" erschien kürzlich ihr zweiter Krimi im "Edel Elements-Verlag".
Der nächste Roman von Susanne Klaffenböck-Pointecker steht schon in den Startlöchern: "Die vergangenen Tage auf Leden Hall" erscheint im Juni 2019.

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