17.11.2016, 10:13 Uhr

Kein Geld mehr: Droht der heimischen Genuss Region das Aus?

Bitten um Unterstützung, um die Marke "Genuss Region Sauwald Erdäpfel" zu erhalten: Eduard Paminger, Bettina Berndorfer und Martin Friedl.

Fördergelder gestrichen: Bürgermeister und Touristiker fürchten um Marke "Genuss Region Sauwald Erdäpfel".

BEZIRK, ST. AEGIDI (ska). St. Aegidis Bürgermeister Eduard Paminger ist außer sich. Denn: Er sieht sein Lebenswerk in Gefahr. Die Genuss Regionen Österreichs, zu denen auch die Genuss Region Sauwald Erdäpfel zählt, erhalten künftig keine Bundesfördermittel mehr. Ein Auswahlgremium rund um das Bundesministerium für Landwirtschaft hat diese Entscheidung im Oktober mitgeteilt.

Nun bangen die Genuss Regionen um ihre Existenz. Am Mittwoch, 16. November, luden sie in ganz Österreich zu Pressekonferenzen. Der einheitliche Tenor auch in Schärding: "Wir kämpfen für unsere hart erarbeiteten Strukturen", sagen Paminger und Genuss Region-Obmann Martin Friedl, Bürgermeister in Vichtenstein. "Von den 27 Millionen Euro Fördermittel in Zukunft sehen wir nichts mehr" sagen die beiden und machen anschaulich: Der Wert der Marke "Genuss Region" werde inzwischen auf rund 35 Millionen Euro geschätzt. Im Bezirk Schärding sind 15 Landwirte und etwa 60 Gastronomiebetriebe Mitglied der Genuss Region. Vor elf Jahren war Paminger als ehemaliger Leader-Sauwald-Obmann maßgeblich am Aufbau der Genuss Regionen beteiligt. Die Region Sauwald Erdäpfel war die dritte in der Riege der nun 118 Mitglieder.

Paminger steht ehemaligem Leader-Freund gegenüber


Kritik üben Paminger und Friedl auch am vom Bundesministerium neu ins Leben gerufenen Netzwerk Kulinarik. Dieses soll künftig alle kulinarischen Initiativen – auch die Genuss Regionen – koordinieren. Paminger wirft dem Netzwerk allerdings vor, nicht zu koordinieren, sondern nur die Fördergelder neu verteilen zu wollen. Besonders prekär: Geschäftsführer des neuen Netzwerks Kulinarik ist Thomas Müller. Müller war 13 Jahre lang an der Seite von Edi Paminger Manager der Leader-Region Sauwald. Nun stehen sich die beiden gegenüber. Obwohl Paminger seinem ehemaligen Kollegen nicht direkt einen Vorwurf macht – "er ist diesbezüglich nur Auftragnehmer" – vermisst der Bürgermeister dennoch die Gesprächsbereitschaft.

Thomas Müller selbst kann die Aufregung nicht verstehen. Auf Anfrage der BezirksRundschau sagt er: "Die Fördergelder werden über Ausschreibungen vergeben. Wenn es für ein und dieselbe Förderung mehrere Antragssteller gibt, dann muss eine Entscheidung fallen. Die Genuss Regionen können sich mit der Entscheidung, die nicht gegen sie, sondern zugunsten eines anderen ausgefallen ist, leider nicht abfinden." Müller zufolge, soll das Netzwerk für mehr Übersicht sorgen: "Die Sauwald Erdäpfel sind das dominierende Leitprodukt der Region. Aber warum nur sie? Der Konsument soll nicht durch unzählige Marken und Qualitätsrichtlinien verwirrt werden."


Wer möchte sich zur Genuss Region bekennen?

Paminger und Friedl fürchten allerdings, dass durch fehlende Förderungen das gesamte Konzept der Genuss Region Sauwald Erdäpfel zusammenbricht. Dem pflichtet auch Schärdings Tourismus-Chefin Bettina Berndorfer bei. "Die Genuss Region Sauwald Erdäpfel ist Bindeglied zwischen Produzenten, Tourisumus und Gastronomie. Genussziele werden sehr gerne angesteuert. Auf diesen Trend haben wir uns eingestellt und bereits viele Genuss-Pakete geschnürt", sagt sie.

Paminger und Friedl rufen nun die Bevölkerung auf, den Genuss Regionen den Rücken zu stärken. "In einer Online-Petition oder als Freunde der Genuss Region können alle, die das wollen, sich zur Marke Genuss Region Sauwald-Erdäpfel und allen anderen Genuss Region-Marken bekennen", bittet Paminger um Unterstützung.

Die Online-Petition finden Sie unter openpetition.eu/!pblpp
Als "Freund der Genuss Region" können Sie mit einem Jahresbeitrag von 52 Euro den Verein unterstützen. Alle Informationen: www.genuss-region.at
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