Konzeptlosikgeit in Sachen Schule?

Wenn es nicht so traurig wäre, hätte die Geschichte rund um die sogenannten „I-Klassen“ am Sonderpädagogischen Zentrum in Schwaz fast schon komödienhaften Charakter. Das bisherige System der Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf in herkömmlichen Schulklassen hat 12 Jahre lang bestens funktioniert. Jetzt soll plötzlich alles anders werden und die Unsicherheit ist groß. Bezirksschulinspektorin Rödlach ist jedoch vom neuen Konzept überzeugt.

SCHWAZ (fh). Vergangene Woche traf sich in Schwaz eine hochkarätige Runde von Pädagogen, Stadtpolitikern und Elternvertretern um die Zukunft der „I-Klasse“ im sonderpädagogischen Zentrum zu diskutieren. Das Ergebnis der Aussprache war dürftig, denn wie es aussieht wird es diese Klasse (sie ist ein Schulversuch und wurde 12 Jahre lang vom Bundesministerium jährlich neu genehmigt) am SPZ in Zukunft nicht mehr geben. Grund genug für die ElternvertreterInnen jetzt endgültig auf die Barrikaden zu gehen und einen schärferen Ton anzuschlagen: „Es gab nachweislich im Jahr 2010 zwanzig Anmeldungen für die I-Klasse und im Einzugsgebiet des Sonderschulsprengels wären auch Kinder gewesen, die man hätte integrieren können. Trotzdem ist die Klasse nicht zustande gekommen und die Gründe dafür sind, dass man diese Klassen politisch nicht will und Kosten sparen möchte“, erklärt ein aufgebrachter Elternvertreter. Mittlerweile wurden ca. 440 Unterschriften für den Fortbestand der I-Klasse gesammelt und der Druck auf die Stadtpolitik wächst. „Wir von der Elterninitiative fordern, dass das bisherige System weitergeführt wird, denn es kann nicht sein, dass plötzlich aus heiterem Himmel entschieden wird ein bewährtes Modell aufzugeben ohne auch nur den Ansatz eines neuen Konzeptes zu haben“, so ein weiterer Elternvertreter.

Zu wenige Ressourcen
Das bisherige Konzept rund um die I-Klasse funktionierte bestens doch jetzt scheint der Punkt erreicht zu sein wo die Ressourcen für die „I-Klasse“ nicht mehr zur Verfügung stehen. Bezirks-Schulinspektorin Astrid Rödlach: „Die Voraussetzungen für das Zustandekommen der I-Klasse haben sich geändert. Wir bekommen von der Abteilung Bildung des Landes das Lehrerkontingent für sechs Schulklassen (Johannes Mesner- und Hans Sachs Schule) zugewiesen. Eine zusätzliche Lehrerstelle, die es für die I-Klasse brauchen würde, ist nicht vorgesehen und wir können diese Personalressource nicht mehr gewährleisten. Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen warum die Elternvertreter der Ansicht sind, dass die Pädagoginnen in der Hans-Sachs-Schule nicht in der Lage sind die I-Klasse zu unterrichten. Integration ist seit 1993 gesetzlich verankert und stellt für die Pädagoginnen eine Haltung dar. Ich bin der Überzeugung, dass der Lehrkörper an der Hans-Sachs-Schule bestens mit Integratinosklassen umgehen kann und das reibungslos funktionieren wird“, erklärt Rödlach gegenüber den BEZIRKSBLÄTTERN.

Autor:

Florian Haun aus Tirol

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