Ein Zimmer für ganze 11,- € ?

Schnäppchenjäger in allen Ehren, aber Übernachtungen pro Person um 11,- Euro im Jänner können für Tiroler Hotels nicht die Zukunft sein. Einem Zillertaler Hotelier ist die Anfrage eines namhaften Tiroler Reiseveranstalters nach einem günstigen Zimmerangebot sauer aufgestoßen.

ZILLERTAL (fh). Auch im Wintertourismus kämpfen die Hoteliers jeden Tag darum, noch annähernd kostendeckende Preise zu bekommen. Da ist es nicht mehr lustig, wenn Eurotours – also einer unserer eigenen Veranstalter im Land - anfragt ob es „ausnahmsweise“ ein Zimmer um 11,- Euro/Tag bzw. 21,- Euro/Tag Halbpension gibt. Das kann sich für keinen Betrieb mehr ausgehen – solche Aktionen machen den Tourismus in Tirol zunichte und ziehen den Hotels das letzte Hemd aus“, erklärt der betroffene Hotelier.

Kostendeckung geht vor
Die Argumentation, dass es besser ist, ein Bett um 11,- Euro zu vermieten als leerstehen zu lassen, sieht der Hotelier langfristig dabei als eine gefährliche Entwicklung. „Der reguläre Preis pro Nacht liegt bei 50,- Euro oder 74,- Euro inkl. Halbpension“, erklärt der Gastronom. Auch der Wirtschaftsbundobmann des Bezirkes Schwaz, Franz Hörl, warnt vor solchen Dumpingpreise.: „Das ist ein Affront gegen die eigenen Leute. Die Betriebe im Tourismus müssen kostendeckend arbeiten können. Natürlich wirkt sich hier eine „Geiz ist geil“-Mentalität aus und Entwicklungen im globalen Tourismus mit Lockangeboten und Kontingenten zu absoluten Tiefstpreisen. Aber auch die Veranstalter sollten nicht vergessen, dass eine solche Entwicklung dem Tourismusstandort Tirol nachhaltig schadet. Wer soll in Tirol das Angebot weiterentwickeln und investieren, wenn Hotelzimmer weniger kosten als das private Angebot in der Frühstückspension“, fragt Hörl.

Aufregung um Schleuderpreisaktion
Bereits im vergangenen Winter gab es Aufregung um die Billigaktion eines Reiseveranstalters, welcher einene Flug von Wien um 99,- Euro inklusive Skipass und Essen angeboten hat. Die Wogen bei den Touristikern gingen hoch, denn bei derartigen Schleuderpreisen kann kaum ein heimischer Betriebe mithalten. Große Reiseveranstalter finden jedoch immer wieder Hoteliers, die sich unter Wert verkaufen um ihre Häuser zu füllen.

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