28.09.2016, 14:06 Uhr

Der Wurzenmax: Ein Zillertaler Original

RAMSAU/ZILLERTAL (fh). Es gibt wohl nur wenige Menschen im Tal die nicht von ihm gehört haben. Der legendäre "Wurzenmax" (bürgerlicher Name: Max Hochmuth) war mehr als ein Zillertaler Original. Der findige Geschäftsmann verstand es seine Kunst, die Musik und nicht zuletzt sich zu vermarkten und pflegte eine Lebensweise, welche zwar nicht für jedermann geeignet wäre ihn jedoch bereits zu Lebzeiten zu einer Legende gemacht hat. Die alte Mühle in Ramsau wurde zu einer regelrechten Pilgerstätte für Touristen denn dort stellt der "Wurzenmax" seine Kunst aus und zu Winterszeit begeisterte er die Besucher mit seinen legendären Eisbergen. Wann genau der bekennende Lebemann "Wurzenmax" seine Leidenschaft für das Schnitzen entdeckt hat ist nicht überliefert aber die Wurzelschnitzerei hat ihn jedenfalls mehr als bekannt gemacht. "Ich kann mich noch erinnern als damals die Grenze zu Ostdeutschland gefallen ist. Da gab es regelrechte Pilgerfahrten zur alten Mühle und die Leute standen Schlange", erinnert sich der Ramsauer Bürgermeister Fritz Steiner an den legendären "Wurzenmax". Zeitweise waren mehrere Schnitzer damit beschäftigt die Wurzelgesichter zu produzieren, welche in der alten Mühle verkauft wurden. Auch Edelsteine hatten es dem "Wurzenmax" angetan und er verstand es auch dies zu vermarkten und an den Mann zu bringen.

Musik und gute Laune

Dem beliebten und bekanten "Hippacher Trio" und im besonderen dessen verstorbenen (2010) Gitarristen und Jodler, Sepp Wildauer, war der Wurzenmax besonders zugetan. Selbst begeisterter Musikant mit der Zieharmonika, schaffte er es, die Menschen auch musikalisch zu begeistern und setzte so einen weiteren Eckpfeiler seines Erfolges. Seine Art mit Menschen umzugehen machte Max Hochmuth ebenso bekannt wie beliebt. Natürlich waren auch die Damen dem "Urviech" nicht abgeneigt und so wurde der Max vielfacher Vater (12 Kinder aus erster Ehe und 1 Kind aus zweiter Ehe). Gerüchteweise heißt es, dass die Gene des "Wurzenmax" in alle Winde verstreut sind doch stichhaltige Beweise konnten dazu bisher nicht vorgelegt werden.
Ein weiteres Markenzeichen des Wurzenmax war die "Segnung" von Gasthausbesuchern mit Bier. Jedes mal wenn er ein Gasthaus betrat fuhr er einem Gast mit den Fingern ins Bier und "segnete" sozusagen die anwesenden Gäste. Über sein Schaffen gäbe es noch viel zu sagen doch das würde den Rahmen sprengen. Der Wurzenmax wurde am 6. April 2015 im 92. Lebensjahr zum Herrn gerufen.
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