Ehemaliger Meierhof
Kommt neben dem Schloss Neugebäude bald ein neuer Gemeindebau?
- Wiener Wohnen arbeitet derzeit an einem Projekt für das verfallene Gebäude in der Neugebäudestraße 102.
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Vor über drei Jahren wurde das Baurecht für die Adresse Neugebäudestraße 102 an einen privaten Investor vergeben, die Grünen befürchteten teure Eigentumswohnungen. Nun wurde dem Bauunternehmen das Baurecht wieder entzogen, er hatte den 83.000 Euro schweren Bauzins nicht gezahlt. Stattdessen kommt jetzt Wiener Wohnen zum Zug.
WIEN/SIMMERING. Rund um das Schloss Neugebäude herrscht zumindest hinter den Kulissen aktuell großer Trubel. Bis Juli will die städtische MA 34 – Gebäudemanagement einen neuen Pächter für die historische Anlage finden, gerade dürften bereits die Verhandlungen dazu laufen.
Zur "Gesamtanlage" des Schlosses, so das Bundesdenkmalamt, gehört auch ein etwas abseitsstehendes Gebäude in der Neugebäudestraße 102. Es ist verfallen, wird von Bauzäunen umringt und alle Türen sowie Fenster sind verbarrikadiert. Vor langer Zeit wurde das Haus als Wachhaus genutzt, mittlerweile ist es als ehemaliger Meierhof bekannt.
"Ziemlich schiach"
Im Gegensatz zum Schloss sieht sich die MA 34 hierfür nicht zuständig, das Gebäude wird auch nicht Teil eines Benutzungsübereinkommens sein. Noch im Jahr 2022 gab es einen Aufschrei von den Grünen Wien und den Bezirksräten, denn ein privater Investor, die "NGB Immo GmbH & Co KG", hatte ein Baurecht für die Liegenschaft von der Stadt Wien erworben.
Während die Grünen den Abriss des denkmalgeschützten Meierhofs und Neubauten mit teuren Eigentumswohnungen befürchteten, passierte tatsächlich nichts. Ein Anrainer, der bei einem Lokalaugenschein vorbeispaziert, bestätigt, dass das Haus seit Jahren gleich aussehe: "Ziemlich schiach", so sein Fazit.
Vertrag mit Investor aufgelöst
Die MA 69 – Immobilienmanagement kennt auch den Grund dafür: Das 2022 vergebene Baurecht wurde dem privaten Investor mittlerweile wieder entzogen. "Dieser Vertrag wurde aufgelöst, da die Vertragspartnerin ihren vertraglich festgelegten Zahlungsverpflichtungen nicht nachkam", so ein Sprecher.
- Die "NGB Immo GmbH & Co KG" kam ihren vertraglich festgelegten Zahlungen laut MA 69 nicht nach.
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Eigentlich hätten jährlich rund 83.000 Euro an Bauzins von der "NGB Immo GmbH & Co KG" an die Stadt wandern müssen. Das Geld kam nicht, im Jänner 2025 wurde das Baurecht wieder entzogen. Schon im August 2025 hatte die MA 69 aber mit Wiener Wohnen einen neuen Partner für die Fläche, "um eine bestmögliche Lösung im Sinne der Wienerinnen und Wiener zu erreichen und das städtische Grundeigentum zu bewahren", so die Begründung des Magistrats.
70 neue Gemeindebauwohnungen beim Gasometer
Bei Wiener Wohnen bestätigt man, dass die Liegenschaft nun im hauseigenen Immobilienportfolio untergekommen ist. Allerdings prüfe man derzeit noch im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, welche Möglichkeiten man auf der Liegenschaft hat. "Diese Studie wird einige Zeit in Anspruch nehmen", betont eine Sprecherin. Fragen, wie welche Nutzungsformen infrage kämen, konnten daher bisher nicht beantwortet werden.
Dafür verweist man auf zwei andere Projekte in Simmering, wo bereits Fakten geschaffen wurden. Im "GemeindebauNeu" in der Hoefftgasse 8 steht zeitnah die Schlüsselübergabe an die rund 130 neuen Bewohnerinnen und Bewohner an. Zudem ist im Gasometer Vorfeld ein weiterer Gemeindebau mit rund 70 Wohnungen geplant, er dürfte also deutlich größer als jener in der Hoefftgasse werden.
Keine Gefahr für Passanten
Das Projekt in der Neugebäudestraße 102 dürfte jedenfalls kompliziert werden, denn der ehemalige Meierhof steht ganzheitlich unter Denkmalschutz. Dem Bundesdenkmalamt (BDA) liegt derzeit noch kein Projekt vor, weshalb man auch noch nichts über den Umfang von baulichen Veränderungen sagen könne. Diese werden "üblicherweise erst im Rahmen eines Veränderungsverfahrens festgelegt", heißt es vom BDA.
- Laut der Baupolizei geht trotz des Verfalls keine Gefahr für Passantinnen und Passanten aus.
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Gleiches kommt von der MA 37 – Baupolizei, derzeit würde kein Bauansuchen vorliegen. Die Bauinspektion hat das Gebäude zwar im Blick, für Passantinnen und Passanten würde aber keine Gefahr ausgehen. Die Baupolizei verweist dabei auf den Baustellenzaun, der die gesamte Straßenfront abdeckt.
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