Architekturwettbewerb
Siegerprojekt für das Gasometervorfeld präsentiert

Das Interesse am Bürgerforum war groß: Die Anrainer konnten sich vor Ort ein Bild vom Siegerprojekt machen.
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Im Rahmen eines Bürgerforums wurde der Siegerentwurf für das Gasometervorfeld vorgestellt.

SIMMERING/LANDSTRASSE. Was wurde bisher nicht darüber diskutiert? Das Areal des westlichen und südlichen Vorfelds solle neu gestaltet werden. Dort wird ein Stadtteil mit Unternehmen, Lagerhallen, Gewerbe, Wohnungen, Büros und Parks entstehen. Nach einem ersten Bürgerforum im September 2018 und einem städtebaulichen Wettbewerb, bei dem es 12 Einreichungen gab, steht der Siegerentwurf fest. Der wurde im Rahmen eines Bürgerforums 2.0 im Marx Palast den Anrainern des 3. und 11. Bezirks vorgestellt. Die hochkarätige Jury entschied sich für den Entwurf des Wiener Planungsteams Carla Lo Landschaftsarchitektur aus der Landstraße gemeinsam mit den BWM Architekten aus Margareten.

Gasometer im Blickfeld

Die Sieger konnten mit dem Projekt unter dem Titel "Bricolage City" überzeugen. Unter "Bricolage City" verstehen sie eine Arbeitsweise, bei der mit zur Verfügung stehenden Ressourcen Probleme gelöst werden. Es wird zahlreiche Grünflächen geben, unter anderem ein sogenanntes "Park-Aktiv-Band". Das Urban Gardening im Gasometergarten wird weitergehen. Wichtig ist, dass von den unterschiedlichen Punkten aus immer wieder die Gasometer ins Blickfeld gerückt werden. Auch die "offene Mitte" hob Carla Lo hervor. Dabei handelt es sich um eine Rasenfläche, die vielfältig – sei es für Sport oder nur zum Ausruhen – genutzt werden könne. Der 120 Meter hohe Turm wird kommen, das Hochhaus Gate 2 jedoch ein Stück nach Osten verschoben. Es wird eine Erschließungsstraße durch den neuen Zentralpark geben – mit einer neuen Buslinie. Ebenso entsteht ein neuer U-Bahn-Aufgang. Die Wohngebäude werden mit Dachterrassen ausgestattet.

Rahmenplan bis Sommer fertig

"Das Gasometervorfeld soll eine gute Adresse in Wien sein", sagt Rudolf Scheuvens von der Firma Raumposition. Bernhard Steger von der MA 21 (Stadtteilplanung und Flächennutzung) stimmt ihm zu. "Heute wurde ein Meilenstein gesetzt. Doch Stadtplanung ist kein Schnellboot", ergänzt er.
Auch der Landstraßer Bezirksvize i. R., Rudolf Zabrana (SPÖ), ist erfreut über die Pläne: "Ich bin froh, denn dieses Projekt bedeutet das Ende des Hochhausbooms und ein Umdenken. Wir gehen nicht zurück, sondern vorwärts."

Wie geht es jetzt weiter? Der Siegerentwurf ist derzeit noch ausgestellt, der Rahmenplan soll bis Sommer fertig sein. Danach gibt es weiterführende Planungen, die die Grundlage für die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne bilden. Erst dann kommt es zur schrittweisen Umsetzung. Bis dahin werden aber noch Jahre vergehen.

Autor:

Yvonne Brandstetter aus Penzing

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