Frauen – Leben - Freiheit
Ökumenisches Friedensgebet in der Glaubenskirche
- Foto: Christian Buchar
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„Wir müssen laut sein für die Menschen, die uns brauchen“, gibt die 15jährige Julia beim Ökumenischen Friedensgebet in der Simmeringer Glaubenskirche die Botschaft vor.
Julia ist wütend. Und Julia ist bestürzt. Dass Menschen anderswo nicht in Freiheit leben können. Dass Frauen unterdrückt werden. Dass Menschen, die für Freiheit eintreten, gefoltert werden, im Gefängnis landen, sterben. So wichtig ist ihr ihre Botschaft- „Wir müssen laut sein für Menschen, die uns brauchen“ – dass sie sie extra auf Video aufgenommen hat, weil sie aufgrund einer Schulveranstaltung nicht am Friedensgebet in der Glaubenskirche teilnehmen kann.
„Beten ist ein Mittel, das uns verbindet“
Es geht um die Menschen im Iran, in Afghanistan, der Ukraine. Um Menschen überall dort, wo Krieg und Krisen herrschen. Gerade in der evangelischen Pfarrgemeinde Simmering haben zahlreiche Menschen aus dem Iran eine religiöse Heimat gefunden. Das Friedensgebet vereint aber über konfessionelle Grenzen hinweg. „Das Beten ist ein Mittel, das uns verbindet“, sagt Glaubenskirchen-Pfarrerin Anna Kampl, die gemeinsam mit dem römisch-katholischen Dechanten Christian Maresch, Vikarin Dorothee Hahn von der altkatholischen Kirchengemeinde und dem früheren Glaubenskirchen-Pfarrer Sepp Lagger die Bitte um Frieden anleitet.
Umkehr, wenn Gleichgültigkeit droht
Die Friedenshymne „We shall overcome“ ertönt ebenso wie das hebräische „Hevenu schalom alejchem – Wir wünschen Frieden Euch allen“. Zum Friedenslied „Baraye“ werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Kerzen für die unterdrückten Menschen und jene, die ihnen aus der Ferne nicht beistehen können und sich ohnmächtig fühlen, angezündet und zu einem Lichterkranz auf dem Taufstein zusammengefügt. „So viele Menschen leiden an Gewalt und Unterdrückung. Rufe uns zur Umkehr, wo uns ihr Schicksal gleichgültig zu werden droht. Öffne allen die Augen, im Nächsten Dein Ebenbild zu achten“, heißt es im gemeinsamen Gebet. „Schenke Weisheit zu neuen Strukturen der Gerechtigkeit und des Friedens im Iran und in aller Welt.“
Erstmals in der Tradition der Iona-Community
Das Friedensgebet folgte – erstmals in der Geschichte der Glaubenskirche – der Tradition der Iona-Community, einer klösterlichen Gemeinschaft auf der gleichnamigen kleinen, aber historisch bedeutsamen schottischen Hebrideninsel. Die drei Leitlinien der Iona-Community, so deren Vertreterin Evelyn Martin: „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“.
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