Tauchroboter der Wasserrettung
200 Meter Tiefe sind kein Problem
- Der Tauchroboter der ÖWR Kärnten hilft vor allem am Millstätter See.
- Foto: ÖWR Kärnten/E. Rassinger
- hochgeladen von Philip Karlbauer
Der Unterwasserroboter der Österreichischen Wasserrettung (ÖWR) kommt dorthin, wo Menschen es nicht hinschaffen. Zudem benötigt er keine Dekompressionsstopps.
DÖBRIACH. „Die Vorteile liegen auf der Hand“, beginnt Einsatztaucher der ÖWR Döbriach, Volkmar Ertl, zu erzählen: „Der Roboter hat praktisch keine Einsatzzeitbegrenzung, benötigt keine Dekompressionsstopps und kann auch unter Eis oder bei schwierigen Bedingungen eingesetzt werden. Außerdem kann er Fundstellen markieren und erste Sicherungsmaßnahmen durchführen.“ Der Tauchroboter ist also die ideale Ergänzung zum Sonar (Ortung von Objekten unter Wasser mittels Schallwellen). „Unser Unterwasserroboter kann bis in 200 Meter Tiefe eingesetzt werden und verfügt über ein 360-Grad-Sonar, Kamerasysteme und leistungsstarke Beleuchtung. Damit kann er auch bei schlechter Sicht oder völliger Dunkelheit arbeiten“, schildert Ertl. Vor allem am Millstätter See bringt das große Vorteile mit sich, da es dort Tiefen bis zu 140 Meter gibt.
Menschen nicht vollständig ersetzt
Natürlich kann der Roboter den menschlichen Taucher nicht vollständig ersetzen. Ertl: „Vor allem wenn komplexe Bergungen vorliegen oder wenn größere Lasten bewegt werden müssen, sind speziell ausgebildete Einsatztaucher weiterhin unverzichtbar. In der Praxis ergänzen sich daher moderne Technik und menschliche Expertise ideal.“
Such- und Rettungsarbeit
Die technische Entwicklung hat die Möglichkeiten also enorm erweitert. „Ein eindrucksvolles Beispiel war eine Personensuche am Wörthersee im vergangenen Jahr. Mithilfe des Side-Scan-Sonars der ÖWR Salzburg konnte das Unfallopfer innerhalb von rund 30 Minuten lokalisiert werden. Anschließend erfolgte die Bergung durch Einsatztaucher“, erzählt Ertl. Parallel dazu baut man derzeit eine eigene Tieftauchgruppe innerhalb der Wasserrettung Kärnten auf. Ziel ist es, für Such- und Bergeeinsätze in großen Tiefen künftig noch besser vorbereitet zu sein. Erst vor kurzer Zeit wurde gemeinsam mit mehreren Einsatzstellen am Millstätter See eine groß angelegte Tieftauchübung durchgeführt. Dabei wurden moderne Suchtechnik, Tauchroboter und speziell ausgebildete Trimix-Taucher erfolgreich kombiniert. Ertl: „Die Zukunft bei Such- und Bergeeinsätzen aus großen Tiefen liegt in der Verbindung von modernster Technik, intensiver Ausbildung und der Erfahrung unserer Einsatzkräfte. Dadurch können wir Einsätze sicherer, effizienter und letztlich erfolgreicher durchführen.“
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