04.12.2017, 17:12 Uhr

Spittaler Schwimmer unter neuer Führung

Große Fußstapfen: Jakub Maly, Ferdinand Kendi und Oskar Dörfler (Foto: KK/eggspress)

Nachdem Ferdinand Kendi nach 46 Jahren in die Schwimm-Pension geht, übernehmen Oskar Dörfler als Obmann und Jakub Maly als Trainer die Wasserratten.

SPITTAL (ven). Der Schwimmverein (SV) Volksbank Spittal ist unter neuer Führung. Nach 46 Jahren legt Ferdinand Kendi sein Amt als Obmann und auch mit Jahresende als Trainer nieder. Oskar Dörfler und Jakub Maly folgen ihm nach.

Erfolgreichster Verein

Unter seiner Führung wurde der Schwimmverein Volksbank Spittal zum erfolgreichsten Verein in Kärnten. Große Talente durften unter seinen Fittichen den Erfolgen jubeln: So zum Beispiel die Zwillinge Rudolf und Karl Kastner, die 1978 für den ersten Staatsmeistertitel sorgten. Schon bald folgten große nationale und internationale Erfolge: Petra Cencic, Jürgen und Roland Brunner, sowie Ernst Hinteregger. Die größte Leistung erbrachte mit Trainer Ferdinand Kendi die Baldramsdorferin Lisa Zaiser mit dem Junioren WM Titel und EM Bronzemedaille.

See genießen

"Ich werde die neu gewonnene Freizeit zu nutzen wissen. Bisher ist das ja schon ein bisschen zu kurz gekommen. Ich werde sicher mehr Veranstaltungen abends in Spittal besuchen und Städtereisen unternehmen, wie zum Beispiel nach Hamburg", so Kendi zur WOCHE. Seinen Abschied sieht er mit einem lachenden und auch weinenden Auge. "Die positiven Erinnerungen haben viel Freude gebracht, ich bin viel gereist, nahezu auf jeden Kontinent." Die strahlenden Augen der Kinder waren stets sein Ansporn für seine Trainertätigkeit. "Aber jetzt werde ich sicher mal im Sommer den See genießen", schmunzelt er. 

Große Fußstapfen

Oskar Dörfler wird nun als Obmann die Geschicke leiten. Er war selbst früher im Verein aktiv und sein Großvater Oskar Dörfler lange Jahre Ehrenpräsident. "Mein Großvater hätte es sicher gerne gesehen, dass ich mich im Verein einbringe. Der Name Dörfler ist ja eng damit verbunden und es liegt mir auch am Herzen", so Dörfler zur WOCHE. Es habe sich sonst niemand als Obmann zur Verfügung gestellt, somit wäre die Zukunft des Vereines in Gefahr gewesen. "Wir haben 40 aktive und sehr erfolgreiche Schwimmer, wir möchten sie auch weiterhin sportlich begleiten."
Er sieht in Spittal auch einen guten Boden für Sportlerkarrieren. "Das hat auch mit Kendi zu tun, er hat großartige Arbeit geleistet und ich bzw. Maly treten in große Fußstapfen."
Der neue Vorstand besteht weiters aus erste Obmann-Stv. Nikoll Celaj, zweiter Obmann-Stv. Robert Stirling, Schriftführerin Andrea Stirling, und Kassierin Anna Dörfler.

Sponsoren gesucht

Der neue Trainer wird ab Jänner 2018 der erfolgreiche Ex–Profischwimmer Jakub Maly (größter Erfolg 16. Rang bei der Weltmeisterschaft) hauptberuflich engagiert. "Hier sind natürlich die Sponsoren schwerst gefragt, ich werde natürlich auch meinen Beitrag dazu leisten", so Dörfler zur Finanzierung dessen. 

Würdiger Nachfolger

Maly will das Training intensiv gestalten, durch eine Schulkooperation mit dem Sport-Borg oft sogar zwei Mal täglich. "Hier spricht man von Leistungssport, man muss am Training konsequent und mehrmals wöchentlich dranbleiben", sagt der Profi.
Geboren in Prag, kam er über Stationen in Österreich und den USA nach Spittal. Er kennt Kendi schon lange und hat gefragt, ob er nach Beendigung seiner Karriere durch eine Verletzung nicht wüsste, wer einen Trainer brauche. "Einen Tag später sagt er, dass ich in Spittal arbeiten könne und ein würdiger Nachfolger wäre. Dieses Angebot konnte ich nicht ausschlagen", so Maly zur WOCHE.

Werte vermitteln

Er studierte in den USA Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Trainerwesen. "Die Beziehung zwischen Sportler und Trainer ist etwas Besonders. Mir liegt dies sehr am Herzen", sagt er. Der Sport gab ihm so viele positive Erfahrungen, habe ihm die Türen der Welt geöffnet. "Ich kann damit das Leben von Kindern beeinflussen und ihnen viele Werte, die man auch außerhalb des Sports braucht, vermitteln." Dabei spricht er von Pünktlichkeit, harter Arbeit, Teamarbeit, Respekt und Empathie. 

Interesse wecken

Maly will mit der Vereinsführung langfristig an der vorhandenen guten Struktur ansetzen und weiter ausbauen. "Ich lege viel Wert auf die Jugendarbeit. Meine Aufgabe ist es, das Interesse für den Sport bei den Kindern zu wecken. Wenn das erreicht ist, kann man sie zu Leistungen anspornen. Motivation ist etwas gegenseitiges." Wenn er Kinder und Jugendliche begeistern könne, begeistern diese ihn auch, weiter zu arbeiten. 

Jüngste Ergebnisse

Beim 15. Claudius Cup in Szombathely (Ungarn) am 25. und 26. November 2017 war Heiko Gigler in den drei Disziplinen 100 m Delphin / 100 m Freistil / 200 m Lagen siegreich, über 100 m Rücken erschwamm er sich Silber hinter dem Junioren-Weltmeister Barta Marton.
Von den Spittaler Schwimmern waren weiters mit Finalplätzen erfolgreich:
Kilian Kaml erschwamm einen 4. Platz über 100 m Brust und einen 8. Platz über 100 m Rücken in seiner Klasse.
Carina Bodner erreichte das Finale über 200 m Delphin und 400 m Freistil.
Valentin Barendrecht konnte über 200 m Freistil unter die besten Acht schwimmen und Nicole Kretz gelang mit persönlicher Bestzeit die Finalplatzierung über 400 m Freistil.
Persönliche Bestzeiten gab es für die Kleinen - Lana Trattler, Kathleen Genser und Tristan Huber.

Höchste Punktzahl

Mit Marijana Jelic, Rebecca Kretz und Leon Trattler waren weitere Sportler des Schwimmvereins zur selben Zeit in Graz beim Bundesländervergleichskampf im Einsatz.
In der weiblichen Schülerklasse konnte Jelic die höchste Punktezahl im Kärntner Team erreichen. Bei den Burschen war dies der Klagenfurter David Birchbauer.
In der Kinderklasse war Kretz mit ihrem Sieg über 100 m Freistil am erfolgreichsten und ihr Pendant bei den Knaben war Leon Trattler (100 m Freistil).
In der Gesamtwertung erreichte Kärnten beim Bundesländervergleichskampf den 5. Platz.
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