Hermann Knaus: Sein ganzes Leben in ein Buch verpackt

Die Wiener Autorin Susanne Krejsa MacManus verfasst die erste Biografie über den St. Veiter Hermann Knaus
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  • Foto: Archiv MUVS, Wien
  • hochgeladen von Bettina Knafl

ST. VEIT. Einer der bedeutendsten Söhne der Herzogstadt war der Gynäkologe Hermann Knaus, der durch seine Operationen und wissenschaftlichen Entdeckungen Weltruhm errungen hat und sogar für den Medizin-Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Knaus war der erste Träger des Wappenringes von St. Veit.

Beeindruckender Mann

"Knaus war ein berühmter Österreicher, dennoch gibt es fast nichts über ihn", weiß Susanne Krejsa MacManus. Knaus hat herausgefunden, an welchen Tagen im weiblichen Monatszyklus ein Baby empfangen oder verhütet werden kann. "Und schließlich konnte er aufklären, wodurch die Geburt eigentlich ausgelöst wird, nachdem neun Monate lang alles ruhig war", erklärt die Wienerin.

Schon fünf Jahre Arbeit

Sie schreibt seit fünf Jahren an der ersten Biografie über Knaus. "Ich finde es spannend, mich in andere Menschen hineinzudenken. Knaus hat gearbeitet wie am Fließband, er hat viele Vorträge gehalten, sehr viel veröffentlicht".
Damals habe man wissenschaftlichen Arbeiten noch persönlich gestalten können. "Sie lesen sich dadurch ganz spannend. Oft ist er auf seine Kollegen losgegangen und war ausfällig ihnen gegenüber. Aber andererseits war er ein toller Lehrer und konnte gut erklären", ist Krejsa MacManus von der Person beeindruckt.

Auf Spurensuche

"Seit Jahren trage ich alles zusammen, was ich von und über Knaus finden kann, um ein Buch über ihn zu schreiben. Bei dieser Materialsammlung hat mich dankenswerterweise auch schon das Stadtarchiv St. Veit unterstützt“. Außerdem steht sie in Kontakt mit den Enkeln und ehemaligen Schülern des St. Veiters.
Bisher hat sie elf volle Ordner über Knaus gesammelt. "Für andere Sachbücher hatte ich drei und trotzdem gibt es noch so viele Dinge, die ich nicht über ihn weiß".

Wer hat Fotos von Knaus?

Sie bittet nun um Mithilfe, denn sein ganzes Leben lang hielt Knaus engen Kontakt zu seiner Heimatstadt – während seines Studiums in Graz, seiner Jahre als Klinikchef in Prag und während seiner Zeit in Wien. "Seine früh verstorbene Frau und er selbst sind am St. Veiter Friedhof begraben. Sicherlich gibt es einige, die über Hermann Knaus erzählen können, aus eigener Erinnerung oder aus der Familienüberlieferung. Auch Fotos, Briefe, etc. sind willkommen."
Erscheinen soll das Buch Anfang 2017. Ist eine Präsentation in der Herzogstadt geplant? "Ja, das würde mich sehr freuen, das Buch in seiner Stadt vorzustellen".

Anekdoten aus dem Leben von Knaus

Die Biografin Susanne Krejsa MacManus hat einige Anekdoten aus Hermann Knaus Leben zusammengetragen. Hermann Knaus starb am 22. August 1970 und wurde im Familiengrab auf dem Stadtfriedhof St. Veit beigesetzt. "Seine Tochter hat sich so sehr gekränkt, dass ihr berühmter Vater in keinem Ehrengrab der Stadt bestattet wurde, der kurze Zeit später verunglückte Rennfahrer Jochen Rindt aber sehr wohl ein Ehrengrab erhielt", erzählt die Autorin.

Der Tod der Frau

Sie ist von der widersprüchlichen Person fasziniert. "Seine Frau wollte 1951 mit der Eisenbahn in den Urlaub fahren, er sollte kurze Zeit später nachkommen. Doch schon in Linz war die Reise zu Ende, sie wurde aufgrund eines dramatischen Nierenversagens ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie kurze Zeit später verstarb", erzählt Krejsa MacManus. Knaus war völlig gebrochen, der Tod seiner Frau erschütterte ihn. "Bevor das Grab verschlossen wurde, warf er ihr einen Liebesbrief ins Grab. Eine solch rührende Geste von einem, der beruflich so ein harter Knochen war, ist für mich faszinierend".

Zur Person Knaus

Hermann Knaus wurden am 19. Oktober 1892 in St. Veit geboren. Der Chirurg und Gynäkologe stellte fest, an welchen Tagen im weiblichen Monatszyklus ein Baby empfangen oder verhütet werden kann (Knaus-Ogino-Methode.)

Die Autorin

Susanne Krejsa MacManus ist selbstständige Journalistin, Autorin und Archivarin für (wirtschafts)historische, medizinhistorische und medizinische Projekte. Sie lebt in Wien.
Mithilfe: Menschen, die über Knaus erzählen können, Fotos, Briefe, etc. werden gesucht.
Infos: susanne@krejsa-
macmanus.eu

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