15.10.2014, 07:00 Uhr

Ein Wildunfall ist zu melden

Im Herbst mehren sich Unfälle mit dem Wild. Angezeigt muss jeder werden.
bettina.knafl@woche.at

ST. VEIT. Auch wenn Hinweistafeln auf den Wildwechsel aufmerksam machen, sieht man in der Dämmerung oder bei Nebel die Tiere oft zu spät. "Die Vegetation nimmt ab, das Wild sucht sich Pflanzensorten, die nicht abfrosten. Dafür verlassen die Tiere ihre Einstandsflächen und überqueren die Straße", erklärt Bezirksjägermeister Hans Drescher.
Im Bezirk St. Veit zählen das Krappfeld, vor allem von Althofen bis Passering sowie das Glantal im Bereich Liebenfels bis Glanegg zu den gefährlichsten Abschnitten. Neuralgische Stellen sind zwar mit Wildwarnreflektoren, die auch eine Ton abgeben, ausgestattet – aber Rehe und Co. sind schlaue Tiere: "Das Wild stellt sich auf den Ton ein, irgendwann reagiert es nicht mehr darauf", sagt Drescher.

Zäune auf der S37

Zwischen Klagenfurt und Zwischenwässern hofft Drescher auf den Sicherheitsausbau der S37. "Hier kommt es immer wieder zu Wildunfällen, auch die Bergung ist auf der Schnellstraße gefährlich. Zäune können das Wild davon abhalten, auf die stark befahrene Straße zu laufen."
Einen Anstieg der Wildunfälle verzeichnet auch die Polizei: "Heuer hatten wir bisher 343 Wildunfälle, aber wir wissen, dass im Herbst die Zahl extrem steigt. 2013 wurden insgesamt 437 Unfälle gemeldet", weiß Chefinspektor Walter Schlintl vom St. Veiter Bezirkspolizeikommando.

Anzeigepflicht Wildunfall

Kommt es zu einem Verkehrsunfall, so ist dies der nächsten Polizeiinspektion bekannt zu geben, die in weiterer Folge den zuständigen Jagdausübungsberechtigten verständigt. Gemeldet muss ein Zusammenstoß mit einem Tier auf jeden Fall werden.
"Auch wenn kein Versicherungsschaden vorliegt. Da das Wild rechtlich als Sache geführt wird, besteht Anzeigepflicht. Entzieht man sich dieser, droht eine Anzeige wegen Fahrerflucht", mahnt Schlintl.

Zur Sache

Projekte der Jägerschaft
Um dem Wild genügend Futter zu bieten und damit in Folge Verkehrsunfälle zu vermeiden, forciert die Kärntner Jägerschaft diverse Projekte. So gibt es Förderungen, wenn Forstwege mit Grasmischungen eingesät werden, die auf kargem Boden wachsen. Das Anlegen von Wildäsungsflächen in Acker- und Grünland sowie für das Wild wertvolle Hecken wird ebenfalls gefördert wie Winterbegrünung. Dafür werden sieben Euro pro jährlich ausgestellter Jagdkarte aufgewendet.

Naturschutzbund
Ein finanzieller Beitrag der Kärntner Jägerschaft fließt auch zum Kärnten Naturschutzbund. "Jagd und Naturschutz schließen sich nicht aus", stellt Obmann Klaus Kugi klar. Der Naturschutzbund legt z. B. bestimmte Äcker an, damit das Wild dort bis zum Frühjahr Futter findet.
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