25.01.2012, 06:00 Uhr

Skilehrer sind mit Ernst dabei

Die WOCHE fragte nach, wie es um die Klischees über die Skilehrer steht.

(hh). Alexander Severs aus Maria Saal erzählt in seinem Buch „Schneeverhältnisse“ über das Leben als Skilehrer (siehe Artikel unten). Darin sind einige Aussagen enthalten, die bei den Skischulen auf Unverständnis stoßen. Das sagen unsere befragten Skilehrer dazu.
In einer geselligen Runde treffen sich drei Skilehrer in der Skischule Loike am kärntnerisch-steirischen Skigebiet Klippitztörl nach getaner Arbeit. Sie sind nicht erfreut über die Aussagen in diesem Buch. „So, wie er es beschreibt, ist es in der heutigen Zeit bestimmt nicht mehr, vor allem in einem Familienskigebiet wie dem unserem. Die Gäste wollen Skifahren für ihr Geld“, sagt Christine Loike, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ewald Schuster seit 28 Jahren die Skischule betreibt. Generell auf die Pauke hauen gäbe es laut Loike nicht mehr, weil die Skischule skifahrerische Qualität zu bieten habe. Severs wolle damit nur sein Buch verkaufen und Aufmerksamkeit erregen, meint Loike, ehemalige Spitzenskifahrerin im Europa- und Weltcup. Ihre Mitarbeiterin, Skilehrerin Sandra Radl, findet die Aussagen des Autors „lächerlich“.
„Die Aussagen decken sich in keiner Weise wie es bei uns am Klippitz ist. Après-Ski gibt es bei uns nicht in der Form wie in großen Skigebieten“, sagt Sandra Radl, die fünf bis sechs Tage auf der Piste ist, dabei die Abwechslung an ihrem Beruf, den Spaß und die Natur schätzt. Neben vielen Einheimischen tummeln sich auch Niederländer, Deutsche und zahlreiche Ungarn am Klippitztörl. Jakab Viktor aus Ungarn ist zwar kein Urlauber, aber Skilehrer und ein lustiger Mensch: „Für mich ist es nicht wichtig, Damen zu erobern, sondern ihnen das Skifahren beizubringen. Après- Ski genieße ich in der Freizeit“, so der Ungar.

Arbeit ist Vergnügen

Auch am Skigebiet Hochrindl sieht man die Aussagen eher kritisch: „Hier ist es anders als in kleinen Skigebieten. 80 Prozent Kinder, die wir unterrichten. Bei uns ist es Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes und kein Vergnügen. Andere Personen wie Tennislehrer werden praktisch von Damen angehimmelt. Früher wars anders, mit Skigruppen ist man öfters in der Hütte gesessen“, so Klaus Zarre, Leiter der Skischule. Gerd Kronlechner betreibt seine Skischule auf der Flattnitz. Er meint: „In dem Buch wird zu viel aufgepauscht. Bei uns ist es sicher nicht so, wir sind ein Familienskigebiet mit 70 Prozent Kindern.“ In größeren Skigebieten könne er es sich vorstellen, dass die Aussagen zutreffen.
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