"An der Katastrophe ändert sich nichts!"

Die Südtiroler Landesregierung genehmigte abgespecktes Windpark-Projekt in den Brennerbergen.

OBERES WIPPTAL (tk). Seitdem die Elektrizitätswerke Pflersch ihr Projekt, am Sandjoch neun Anlagen errichten zu wollen, kürzlich zurückgezogen haben, machte man sich gemeinsam mit der „WIPP 1 AG“ (Leitwind und Etschwerke) für den Bau der 22 am Sattelberg geplanten Windräder stark.

Aus 31 wurden 19 Standorte
Die Südtiroler Landesregierung genehmigte in ihrer Sitzung von vergangener Woche trotz vorausgegangener negativer Empfehlung des Umweltbeirates 19 dieser Standorte. Jene drei, die am höchsten und am nächsten zu Österreich gelegen wären, wurden gestrichen. Der doch gravierende Eingriff in die Landschaft im Brennergebiet wird damit gerechtfertigt, dass „wenn man von Atomkraft und Kohle loskommen will, man dafür auch etwas tun muss“.

Aufatmen in Obernberg
Diese Neuigkeiten kommen auf Nordtiroler Seite jedoch vorerst lediglich beim Obernberger Bgm. Roman Grünerbl gut an: „Das ist für uns sehr positiv, weil unsere Gemeinde so aus der Winddiskussion draußen ist. Am Sandjoch ist nichts mehr geplant, dieser Standort wäre schon problematisch gewesen. Den Sattelberg sehen wir zwar auch, aber er ist doch ein gutes Stück weit entfernt. Speziell für das Naturjuwel Obernberger See ist das ein Riesenvorteil.“
Ganz anders der Wipptaler TVB-Obmann Sepp Gstraunthaler, selbst ein Grieser: „Aus unserer Sicht hat sich an der Katastrophe nichts geändert, die Thematik bleibt dieselbe.“

Man will Wörtchen mitreden
Ähnlich Bgm. Karl Mühlsteiger: „Dem schließe ich mich voll an. Wir werden das Vorhaben sowieso nochmal rechtlich prüfen lassen und alle Schritte, die uns zur Verfügung stehen, setzen“, stellt er klar, dass an der ablehnenden Haltung der Gemeinde Gries zum Projekt nicht zu rütteln ist.
Vizebgm. Siegfried Kerschbaumer fordert ergänzend die Berücksichtigung des Landschaftsschutzgebietes Obernberger See-Nösslachjoch-Tribulaune ein: „Wir alle sind nicht generell gegen erneuerbare Energien, aber auch diese 19 Windräder sind unserer Meinung nach mit der Umwelt nicht vereinbar. Die Lage ist exponiert und alles auf einem kleinen Bereich konzentriert – allein schon die optische Beeinträchtigung wäre enorm. Außerdem frage ich mich wirklich, ob das Ganze überhaupt noch wirtschaftlich wäre, wenn nicht alles so hoch gefördert würde?“

Zahlreiche Auflagen erteilt
Die im Zuge der Genehmigung erteilten Auflagen umfassen neben einer ökologischen Baubegleitung u.a. auch die unterirdische Verlegung der Stromleitungen bis ins Tal, den Bau eines Informationszentrums am Brenner und die Begrünung der Baustellen sowie der Windräder-Sockel nach Abschluss der Arbeiten. Außerdem muss der Windpark mit einer Radaranlage als Warnsystem für Vögelzüge ausgestattet werden.

Weniger Leistung, mehr Kosten
Mehrkosten, die Leitwind-Chef Anton Seeber nicht gerade zum Jubeln verleiten, zumal mit den drei Anlagen angeblich nicht nur die einsichtigsten, sondern auch die produktivsten weggefallen sind. Die Jahresleistung wird sich also verringern – man rechnet mit einer Erzeugung von 100.000 Megawattstunden anstatt der anvisierten 130.000 MWh. Die Gesamtinvestition würde sich auf rund 60 Millionen Euro belaufen, jetzt soll aber erstmal neu kalkuliert werden.

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