07.10.2014, 17:10 Uhr

TMI – Tourism meets Industry präsentierte Industrie 4.0 und Schnee von Morgen

v.l.: Harald Gohm (Standortagentur Tirol), Michael Bacher (Neuschnee GmbH), Dietmar Kilian (PDAgroup), Peter Mirski (MCI) und Markus Tschoner (Olympiaregion Seefeld). (Foto: Foto: pro.media)
SEEFELD. Bereits zum dritten Mal stellte das branchenübergreifende Fach-Forum TMI – Tourism meets Industry Themen und innovative Lösungsansätze aus der Industrie, die konkreten Bedürfnissen der Tourismuswirtschaft entsprechen, in den Mittelpunkt. Rund 50 Teilnehmer beschäftigten sich im Interalpenhotel in der Olympiaregion Seefeld mit dem „Internet der Dinge“ und der Schneeerzeugung von Morgen: Die „künstliche Wolke“, die bei TMI vorgestellt wurde, wird bereits in diesem Winter in Obergurgl im Freiluftlabor auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.

Großes Interesse für die künstliche Wolke

Bereits im Rahmen der Pressekonferenz im Vorfeld der Veranstaltung sorgte die „künstliche Wolke“ für großes mediales Interesse:
Michael Bacher, der u.a. für die Weiterentwicklung und Realisierung der Patentidee „Dendritic Snow Production“ verantwortlich zeichnete und 2014 das Unternehmen Neuschnee gründete, stellte mit „(NEU)SCHNEE & Wintertourismus - Physik | Anforderung | Vision“ eine Technologie vor, die in diesem Winter in Obergurgl im Echtbetrieb getestet wird. Die dazugehörenden „Basics“ aus der Grundlagenforschung präsentierte Dr. Thomas Loerting, der seine Ausbildung unter anderem am Massachusets Institute of Technology bei Nobelpreisträger Mario J. Molina absolvierte.
Die Ausgangslage ist bekannt: Ausgehend von winzigen Eiskeimen, bilden sich in der Atmosphäre größere und kleinere Eiskristalle. Aber wie und warum bilden sich solche Schneekristalle? Und: wie sieht Schnee im Weltall aus? – so lauteten die Fragen, die sich die Wissenschaftler stellten. Schnee entsteht aber nicht nur in der Atmosphäre oder im Weltall. Vor etwa 50 Jahren wurde das Prinzip der Kunstschneeproduktion eher zufällig entdeckt und liefert heute den sogenannten technischen Schnee.

Die von Bacher erforschte „künstliche Wolke“ verfolgt einen anderen Ansatz: Hier entsteht naturnah und ressourcenschonend hochwertiger Neuschnee bei deutlich reduziertem Energieverbrauch und unter wesentlich effizienterer Nutzung der Ressource Wasser – im „Echtbetrieb“ erstmals zu sehen ab 13. November in Obergurgl.

Industrie 4.0 – auch für den Tourismus?

Auch der zweite Themenkomplex war für die Teilnehmer von großem Interesse: Die totale Vernetzung für die Industrie 4.0 steht, ist in ihrer Komplexität bisher nur in wirklich großen Industrien zu finden – aber auch im Tourismus werden diese Konzepte bereits vereinzelt mit Erfolg eingesetzt. Was genau unter der europäischen Initiative Industrie 4.0 bzw. dem „Internet der Dinge“ zu verstehen ist und welche Auswirkungen auch im Umfeld des Tourismus zu erwarten sind, beleuchteten Dr. Peter Mirski (MCI) und Dr. Dietmar Kilian (PDAgroup) in ihrem Vortrag – untermauert mit aktuellen Beispielen. Verstärkte Vernetzung, veränderte Interaktionsmuster zwischen Unternehmen und Personen, neue Formen der Innovation durch weltweit agierende interdisziplinäre Teams und mehr wurden thematisiert. Die Umsetzung von Industrie 4.0 Projekten in Unternehmen aller Größenordnung ermöglicht, beispielsweise durch den Einsatz von „Machine to Machine“ Kommunikation, eine deutliche Verbesserung der Entscheidungsfindung sowie Prozess- bzw. Kostenoptimierung und somit die Unternehmens-/Standortsicherung in Europa: Mit ein Grund, warum auch die EU in diesem Bereich Fördermittel zu Verfügung stellt, die es abzurufen gilt. Die Standortsicherung funktioniert jedoch nur, wenn ausreichend Arbeitskräfte mit IT- und technischem Know-how zur Verfügung stehen. Und dass diese Arbeitskräfte von morgen als „digital Natives“ schon im Bereich der Ausbildung völlig neue Ansätze fordern, sieht Dr. Mirski als Lehrender tagtäglich. Im Programmteil von Kilian und Mirski wurden übrigens direkt Ideen und Lösungen gesammelt: In Kurzworkshops zu Themen wie „SMART hotel room“ oder „tourism meets robots“ waren die Teilnehmer eingeladen, sich mit konkreten Fragestellungen aus der Praxis auseinanderzusetzen – die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Vom Roboter-Butler „Hans“ bis hin zum Teppich, der die Bewegungsmuster der Gäste aufzeichnet, reichten hier die Ideen, die Touristiker wie Dr. Jakob Edinger (ETB Tourismusberatung), Oliver Schwarz (Ötztal Tourismus) oder Herman Fercher (Lech-Zürs Tourismus) zu Papier brachten.

„TMI will die Kooperation zwischen alpiner Tourismuswirtschaft und innovationsorientierter Industrie stärken, um nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklungen zu beschleunigen und damit den Alpenraum als ,Smart Region‘ stärker zu verankern“, so die beiden Initiatoren Harald Gohm (GF Standortagentur Tirol) und Markus Tschoner (Präsident „Best of the alps“, GF Olympiaregion Seefeld). „Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder zwei Themenkomplexe beleuchten können, die sehr konkrete Auswirkungen auf den Tourismus haben. Wenn sich – so wie im Vorjahr geschehen – konkrete, marktreife Produkte entwickeln, ist dies die beste Bestätigung für das innovative Format. Denn nur wenn es uns gelingt, die Ansätze der Industrie sehr schnell für „unsere“ Tourismus-Industrie zu adaptieren, können wir weiterhin so erfolgreich wie bisher im internationalen Wettbewerb reüssieren“, so die beiden weiter.


„TMI – Tourism meets Industry“ ist eine Initiative der Standortagentur Tirol, Best of the Alps, der Olympiaregion Seefeld und der PR-Agentur pro.media kommunikation.
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