08.10.2014, 00:00 Uhr

Ausgleich für arme Gemeinden

Inzing und Hatting haben in der Region am meisten Bedarfszuweisungen erhalten.

Wird in den Gemeinde das Geld für das Nötigste knapp, hilft das Land. Verteilt es aber auch gerecht?

REGION. Für verschiedene Projekte und Anschaffungen sprechen Bürgermeister immer wieder zwecks Subventionen im Land Tirol vor. Den finanziell benachteiligten Gemeinden hilft der zuständige Landesrat Tratter, der aus dem Gemeindeausgleichstopf schöpft. Bund und Land weisen Geldsummen den Bedürftigen zu, die die Infrastruktur des Dorfes erhalten und wichtige Geräte anschaffen müssen.
Wo Geld fließt, hat aber auch der Neid seinen Nährboden, daher: Ungern oder gar nicht wird Auskunft gegeben, welche Gemeinde für welche Anschaffung wie viel Geld von Bund bzw. Land erhalten hat. Die wenigsten können auch dem komplizierten Schlüssel folgen, der die Bedürftigkeit von Gemeinden definiert, welche Gemeinde welche Aufgaben auch für anderer Gemeinden zu erfüllen haben etc. und daher mehr Geld zusteht, oder auch nicht, da diese wiederum verstärkt auf Eigenmittel setzen können.
Die Opposition im Landesparlament fordert mehr Transparenz, die ÖVP will Millionen von Euro verdeckt vergeben dürfen. Kritik zur Vergabe übt der Landesrechnungshof, der feststellt, dass nur 9 % der vergebenen Gelder nach vorgegebenen Richtlinien verteilt wurden.

BEZIRKSBLÄTTER liegen die Zahlen der Bedarfszuweisungen vor, demnach ist in der Region das meiste Geld nach Inzing geflossen, am wenigsten nach Wildermieming.

Ranking nach Höhe des Geldflusses: Überblick Bedarfszuweisungen - Summe von 2009 bis 2013 (in Klammer die größten gebuchten Summen für angeführte Sparten; Abkürzung SKF: Förderung des Baues v. Schulen u. Kinderbetreuungseinrichtungen):

Inzing: 2.797.136 € (die größten Posten: 722.750 für Gebührenhaushalt Kanal; 598.872 für SKF; 557.614 für KG, Jugendheim; ...)

Hatting: 2.462.041 € (die größten Posten: 1.219.000 für Volksschule; 202.160 für HS, SS, Poly; 170.000 für Sparte Gemeinde u. Mehrzweckhäuser)

Oberhofen: 1.706.317 € (570.000 für Volksschule; 350.000 für FW-Gerätehaus; 220.000 für Straßen, Wege, Brücken; 230.000 WLF)

Leutasch: 1.702.139 € (840.000 für sonstige Zwecke; 280.000 für Straßen, Wege, Brücken; 180.000 für Altenheime)

Pfaffenhofen: 1.545.333 € (1.000.000 Gemeinde u. Mehrzweckhäuser; 137.000 Altenheime; 115.000 für Straßen, Wege, Brücken)

Pettnau: 1.450.587 € (1.170.000 für Volksschule; 227.000 für SKF)

Flaurling: 1.151.247 € (265.000 für Straßen, Wege, Brücken; 173.487 für Kindergärten, Jugendheim; 160.000 für Friedhöfe, Leichenhalle; 152.000 sonstige Zwecke; 100.000 Sparte Gemeinde- u. Mehrzweckhäuser)

Reith b. S.: 1.139.661 € (261.530 für Gebührenhaushalt Kanal; 190.000 für Gemeinde- u. Mehrzweckhäuser; 120.000 Mehrzweckfahrzeuge)

Zirl: 846.010 € (300.000 für Kultur; 200.000 für HS, SS, Poly; je 100.000 für Wasserversorgung und Sonstige Zwecke)

Telfs: 809.706 € (300.000 für Straßen, Wege, Brücken; 257.508 sonstige Zwecke; 100.000 Haushaltsausgleich)

Scharnitz: 773.250 € (150.000 Wasserversorgung; 147.000 Mehrzweckfahrzeuge; 140.000 HS, SS, Poly)

Polling: 663.671 € (270.000 Friedhöfe, Leichenhallen; 124.000 HS, SS, Pol)

Seefeld i.T.: 655.424 (255.424 für SKF; je 200.000 für Gemeinde- und Mehrzweckhäuser sowie Straßen, Wege, Brücke)

Wildermieming: 510.686 (130.000 für Straßen, Wege, Brücken; 100.000 für Wasserversorgung).
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