23.12.2017, 20:10 Uhr

Er baut sich eine Mohr-Gitarre Plus

Conny Bürgler, Musiklehrerin Almuth Zimmerer-Klinger und der Halleiner Gitarrenbauer Hans Peter Bamberger in seiner Werkstätte. (Foto: Georg Kukuvec)

Halleiner Instrumentenbauer bastelt die berühmte "Stille Nacht-Gitarre" – mit modernem Innenleben.

HALLEIN (jus). Das Stille-Nacht-Jubiläumsjahr inspiriert Hans Peter Bamberger offenbar. Der Gitarrenbauer wird 2018 in seiner Halleiner Werkstätte die Mohr-Gitarre originalgetreu nachbauen. Diese ist deshalb so berühmt, weil Joseph Mohr am 24. Dezember 1818 erstmals "Stille Nacht" auf ihr gespielt haben soll. Die beizeiten bis nach Amerika gereiste "Klampfen", die bei einer Wirtshausrauferei in Kuchl als Prügelinstrument herhielt, hängt heute im Keltenmuseum.

Gitarre mit inneren Werten

Bamberger kann zwischen 3.000 und 7.000 Euro für seine Stücke verlangen – so gut hat er sich das Handwerk im Eigenstudium beigebracht – doch die Mohr-Gitarre fertigt er ganz ohne Auftrag, bloß für sich selbst. "Ich werde sie an befreundete Musiker ausborgen und selbst darauf spielen." Während sie optisch dem Original täuschend ähnlich sein wird, wird Bamberger ihre inneren Werte ziemlich aufmöbeln. "Mit meiner Bauweise sorge ich dafür, dass sie wie eines meiner Meisterwerke klingt. Ich mag historische Instrumente. Würde man aber auf der originalen Mohr-Gitarre spielen, sie klänge wie eine billige 200 Euro-Gitarre."

Selber Hand anlegen

Im Laufe seiner Karriere hat der Instrumentenbauer 316 Stück verkauft, nur zehn davon an Volksmusikanten, hauptsächlich beauftragen ihn klassische Musiker. Selbst spielt er auch: "Ich bin der Meinung, man sollte selbst zumindest so gut spielen können, dass man hört, was man spielt. Für mich ist das sehr wichtig, dass ich selber hören und fühlen kann."


Esche: fad, aber klingt gut

Einen Großteil der heimischen Hölzer bezieht Bamberger aus dem Großarler Tal. Darunter Fichtenholz und Ahorn, zusätzlich Ahorn aus der Steiermark und Slowenien und die Tropenhölzer aus Südamerika, Afrika und Asien. "Der Unterschied liegt vor allem in der Optik, die für die Musiker eine große Rolle spielt. Sie haben meist ein bestimmtes Bild im Kopf, und obwohl die Esche so schön klingt, kann sie optisch nicht mit ausländischen Hölzern mithalten. Da versuche ich maximale Überzeugung zu leisten. Immerhin ist es mir gelungen, jedes Jahr ein Modell nur aus heimischem Holz zu bauen und zu verkaufen."

Viele Reparaturen im Advent

"Gerade um die Adventzeit werden viele Gitarren rausgeholt und dann stellen die Leute fest, dass ein Wirbel nicht funktioniert oder ein Riss durch falsche Lagerung entstanden ist", erklärt der Instrumentenbauer die Tatsache, dass er diesen Monat auf Instrumentenrestaurateur umsatteln musste.


Gitarren verkaufen tut weh

Obwohl er seit 28 Jahren Gitarrenbauer ist, hat es für Bamberger noch immer den Zauber vom Anfang. "Auch nach 316 gebauten Gitarren ist es für mich immer noch jedes Mal ein besonderer Augenblick, wenn ich bei einem neuen Instrument die Saiten aufziehe. Nach wie vor ist mir schwer ums Herz, wenn die handgefertigte Gitarre die Werkstatt verlässt. Natürlich freut man sich einerseits auf das Geld, andererseits habe ich das Gefühl, ein Stück von mir geht die Türe hinaus."

Bamberger bei Servus TV

Moderatorin Conny Bürgler besuchte Bamberger in seiner Werkstätte für einen Servus TV-Dreh – für eine Adventssendung, die 2018 in „Heimatleuchten“ ausgestrahlt werden wird. Zu sehen ist Bürgerler außerdem in folgenden Sendungen demnächst:
„Heimatleuchten“: Jahresrückblick, 29. Dezember
„Hoagascht“: Jahresrückblick, 30. Dezember
„Heimatleuchten: Connys Wintertour“, 26. Dezember
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