27. Januar 1945: Auschwitz - Befreiung und Marsch in den Tod
International Holocaust Remembrance Day - Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

AUSCHWITZ

Der 27. Januar ist seit 2005 weltweit ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

"Es war kalt und das Schneegestöber hatte das Gelände in einen weißen Mantel gehüllt. Seit Tagen waren Veränderungen deutlich zu spüren, aber letztlich war es das Fehlen der Wachen, das vermuten ließ, dass es jetzt nicht mehr sehr lange dauern konnte. Am frühen Nachmittag dann näherten sich Soldaten in Wintertarnanzügen dem Lager. Erst als die Menschen im Lager erkannten, dass es sich nicht um die SS handelte, flammten erste Rufe auf. „Wir sind frei“…
Überlebender von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 erreichte die 60. Armee der 1. Ukrainischen Front das Konzentrationslager Auschwitz und befreite rund 7.000 Lagerinsassen. Berge von Leichen: Den Soldaten bot sich; dem menschlichen Auge als unbeschreiblich und desaströs eingraviertes Bild einer bestialischen Todesfabrik aus vergangenen stummen Aufschrei -Welttagen; obgleich, sie, es in diesem Moment noch nicht zu deuten wussten. Das Furchtbare, das Grauenhafte steigerte sich von Baracke zu Baracke, als die Soldaten völlig entkräftete, vom Tod gezeichnete Überlebende, am Ort des Verderbens mit erste Hilfe versorgten; und die apokalyptische Szenerie sollte kein Ende finden.

Aus der Asche
Gedicht über den Holocaust
by Sir Kristian Goldmund Aumann

Ohne Hass,
der Vergebung wegen,
feuerhell,
zu Asche
verbrennen
ist es möglich
oder
In Stimm- und Atemlosigkeit der Tränen wegen,
das Schlimme,
in fremder Asche
ersticken
ist das möglich
Der Glaube an das irgendwann, irgendwie, irgendwo
So viele Gedanken an das alles
Und dann doch wieder,
schrittweise,
beginnen zu leben
Stück für Stück
Wider das Vergessen
Millionen Schritte der Gedanken zurück
für immer in ewige Asche gelegt
Wieder vor Freude Weinen und Lieben und Leben
Es wird wieder möglich sein

Der Marsch in den Tod durch eine kalte Landschaft des Schweigens: Zuvor waren die marschfähigen Häftlinge von SS-Wachen in Richtung Westen abgeführt worden. So erlebte der Großteil der Gefangenen die Befreiung des Lagers nicht mit, sondern befand sich bereits auf einem als Evakuierung deklarierten, grausamen Todesmarsch, bei dem viele ihr Leben verloren, oft erschossen wurden. Die Kolonnen zogen durch Dörfer und Städte; die Marschierenden starben vor den Augen der Bevölkerung.

"Wir wissen ganz genau, dass etwas vorgeht, wir spüren es. Und dann sehen wir von Ferne über die Schneedecke Männer auf uns zukommen. Wir fürchten uns, weil wir nicht wissen, ob es Deutsche sind. Aber dann begrüßten sie uns mit "strastwutje". Das heißt Guten Tag auf Russisch. Wir fragten sie, wo die Deutschen sind, ob sie noch einmal zurückkommen. Aber sie sagten: Nein, sie kommen nicht mehr."
Wanda, Überlebende von Auschwitz

Auschwitz steht, heute, symbolisch für den Massenmord an europäischen Juden und für das Leid von Millionen anderen Menschen, die vom Nazi-Regime verfolgt und umgebracht wurden. Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten dort und im angrenzenden Birkenau zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen.

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