Urfahr-Umgebung
Leerstände in Ortskernen führen oft zu Problemen

Das Kommune-Haus (gelb) auf dem Oberneukirchner Marktplatz wird nächstes Jahr durch einen Neubau ersetzt.
  • Das Kommune-Haus (gelb) auf dem Oberneukirchner Marktplatz wird nächstes Jahr durch einen Neubau ersetzt.
  • hochgeladen von Gernot Fohler

URFAHR-UMGEBUNG (fog). Aus den unterschiedlichsten Gründen gibt es leerstehende Gebäude in historisch gewachsenen Ortskernen in Urfahr-Umgebung.

Ottensheim ist von der Problematik stark betroffen. Allein auf dem Marktplatz gäbe es drei leerstehende und drei beinahe ungenützte Gebäude, erklärt Bürgermeister Franz Füreder (ÖVP). An Interessenten, wie Bauträgern oder etwa eine Coworking-Space-Agentur läge es nicht. Aber meist würden hohe Verkaufs- oder Mietpreise der sanierungsbedürftigen Häuser Weiteres verhindern, meint Füreder. Und: "Als Bürgermeister kann ich die Besitzer nur ermahnen, wenn beispielsweise mit der Fassade etwas nicht passt, aber ich kann den Verkaufspreis nicht bestimmen." Ottensheims Vizebürgermeister Architekt Klaus Hagenauer (proO) hat sich am stärksten in den Jahren 2010/11 mit Leerständen befasst. Hagenauer: "Nicht jede Nutzung ist für jeden Leerstand geeignet." Dass in Ottensheim gar nichts bei Leerständen geschehen sei, stimme nicht. Als Beispiele nennt er die Geschäfte "Berta" und "Deinrad".

Museum als altem Amtshaus?

Neues tut sich derzeit beim alten Amtshaus in Ottensheim, das in Gemeindeeigentum ist. Ein Waldinger Kunsthändler, der lange in Wien war, hat Kaufinteresse und plant ein Museum, was der Ortschef für eine gute Idee hält. "Die Sanierung des Gebäudes könnten wir uns in den nächsten Jahren nicht leisten und für die angesiedelten Vereine haben wir andere Leerstände", sagt Füreder. Hagenauer relativiert: "Das Haus gehört der Allgemeinheit. Dass es öffentlich bleibt, wäre mir wichtig."

"Alte Nähstube"

In Gallneukirchen gibt es ein Beispiel, wie ein Leerstand gut genützt werden kann. Der Kulturverein Klangfolger, der das Klangfestival austrägt, hat 2016 in der "Alten Nähstube" – das Gebäude ist zum Abriss bestimmt – ein temporäres Kulturzentrum geschaffen. Dieses Stadtbelebungsprojekt wurde mit dem Vereinspreis 2017 ausgezeichnet. Leerstände werden in Gallneukirchen meist schnell adaptiert, wie etwa das Gasthaus Marktstube, wo ein Eisladen drinnen ist. "Wir erwarten uns durch das neue Riepl-Center weitere Veränderungen. Wir sind dahinter, dass nichts leer bleibt", bekräftigt Bürgermeisterin Gisela Gabauer (ÖVP).

Kommunales Dienstleistungszentrum

Eine erfolgreiche Ortskernbelebung ist in Oberneukirchen aus der Rundschau-Aktion "Wir gestalten Gemeinde" hervorgegangen. Statt des Kommune-Hauses auf dem Marktplatz wird ein mehrfunktionales kommunales Dienstleistungszentrum errichtet – geplant von den two-in-a-box-Architekten. Darin beheimatet sind das Gemeindeamt inklusive Postpartner, das Hilfswerk, ein Café, ein Pfarrsaal und Jungscharräume, Physiotherapeuten, ein Büro und sechs Lawog-Mietwohnungen. Voraussichtlicher Baubeginn ist im Herbst 2019. Der Neubau erfordert ein neues Verkehrskonzept auf dem Marktplatz. Parkplätze werden auf der nördlichen Rückseite des Gebäudes entstehen. "Das wird ein Leitprojekt", freut sich Bürgermeister Josef Rathgeb (ÖVP). Der Ortschef ist kräftig dahinter, dass es keine leerstehenden Flächen gibt. "Wir betreiben aktives Leerstandsmanagement. Wir warten nicht bis ein Gebäude leer steht, sondern fragen die Leute schon vorher, was sie mit ihren Häusern die nächsten Jahre machen."

Zur Sache:

• Ottensheim:
Das alte Amtshaus in Ottensheim ist derzeit die Heimat von mehreren Vereinen, wie Pfadfinder, Otelo und Jugendzentrum. Laut Bürgermeister Franz Füreder würden sich für die Vereine auch andere Heimstätten finden lassen, wie etwa im alten Bauhof oder im alten Schulhaus in der Bahnhofstraße.

• Oberneukirchen: In der Gemeinde gibt es eigentlich drei Leerstandsprojekte:
1. Kommune-Haus, Marktplatz Oberneukirchen: Abriss & Baubeginn Ende 2019, voraussichtliche Fertigstellung 2021, eigenes Energiekonzept, eigenes Verkehrskonzept, Architekt: two-in-a-box Ottensheim
2. ehemaliges Gasthaus Glaser Waxenberg: ab 2019 konkretes Projekt für Wohnungen und Geschäftsflächen
3. ehemaliges Gasthaus Hartl Traberg: ebenso ab 2019 konkretes Projekt für Wohnungen und Geschäftsflächen

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