Tauber über Nachteile des Pendelns: "Zeit, Kosten, Risiko,..."

Franz Tauber ist WKO UU-Geschäftsstellenleiter.
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URFAHR-UMGEBUNG. Franz Tauber ist der Geschäftsstellenleiter der Wirtschaftskammer (WKO) Urfahr-Umgebung. Der WKO-Mann beschäftigt sich seit Jahren mit dem Pendler-Thema beziehungsweise fehlenden Arbeitskräften im Bezirk. Franz Tauber im BezirksRundschau-Interview:

Wie viele Pendler haben wir derzeit im Bezirk? Der Großteil pendelt nach Linz?
Per 31. Oktober 2015 hatten wir laut Statistik Austria 28.659 Auspendler in Urfahr-Umgebung, alleine nach Linz waren es 20.793 Pendler. Das sind 73 Prozent.

Kann man sagen, wie viel Zeit sich die Leute im Schnitt ersparen, die einen Job im Heimatbezirk annehmen?
Die ersparte Zeit hängt sicherlich von der Stausituation und Entfernung zum Arbeitsort ab. Im Schnitt kann man im Süden des Bezirkes sicherlich mit einer Zeit-Ersparnis von einer Stunde täglich für Hin- und Rückfahrt rechnen. Im Norden sind es pro Tag mindestens 1,5 Stunden mehr Freizeit, die ein regionaler Arbeitsplatz bietet.

Warum pendeln die Leute überhaupt aus?
Es gibt gute Job-Chancen im Großraum Linz, weil Mühlviertler als Mitarbeiter in Linz sehr begehrt sind. Der Großraum Linz bietet ein attraktives und vielfältiges Arbeitsplatzangebot mit guten Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten. Gleichzeitig fehlt im Bezirk Arbeitsplatzangebot. Darüber hinaus wollen die Jungen auch mal herauskommen aus ihrem Ort. Die Nachteile des Pendelns, mit den Faktoren Zeit, Kosten, Risiko, Umweltbelastung und noch mehr sind den meisten anfangs noch nicht bewusst.

Von der WKO stammt der Slogan „Freizeit statt Stauzeit“. Wie wird dieses Thema aufgenommen im Bezirk? Angeblich ist gerade den Jungen die Freizeit viel wichtiger als den Älteren. Gibt es ev. eine Trendwende?
„Freizeit statt Stauzeit“ ist der Slogan unter dem wir alle unsere regionalen Arbeitsplatz-Aktivitäten stellen. Da dieser Slogan stimmt, wird er auch immer mehr angenommen. Tatsächlich haben 2017 um 20 Prozent mehr Lehrlinge eine Lehre im Bezirk begonnen als 2016. Ob diese erfreuliche Entwicklung eine Trendwende ist, werden die nächsten Jahre zeigen.

Welche Rolle spielen Gemeinschaftsbüros (CoWorking), Shared Space, Home-Office in unserem Bezirk?
Home-Office ist sehr beliebt. Gerade die vielen Ein-Personen-Unternehmen nützen diese Möglichkeit. Aber auch Pendler, denen arbeitsrechtlich diese Möglichkeit eingeräumt wird, sind dankbar, dass sie ein paar Stunden/Tage zu Hause arbeiten können. Gemeinschaftsbüros bieten sich für einen typischen Pendlerbezirk gerade zu an. Auf privater Basis entstehen bereits kleinere Gemeinschaftsbüros für zirka fünf bis zehn Arbeitsplätze. Größere Vorhaben sind in einigen Gemeinden geplant.

Wie und wo können neue Arbeitsplätze im Bezirk entstehen? Gibt es neue Hoffnungsgebiete? Das Inkoba-Gewerbegebiet in Feldkirchen ist ja vorerst gescheitert.
Die interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinden bei der Betriebsansiedlung ist grundsätzliche eine gute Sache, weil dadurch die Kräfte für eine professionelle Betriebsansiedlung gebündelt werden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung nicht so einfach ist. Dennoch glaube ich, dass es gerade in den wirtschaftlichen „Hotspots“, wie Engerwitzdorf -Gallneukirchen, Bad Leonfelden, Feldkirchen-Ottensheim-Walding und Steyregg in den nächsten Jahren zahlreiche Betriebsansiedlungen geben wird, die attraktive Arbeitsplätze vor Ort bieten werden.

Autor:

Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung

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