Rauchfangkehrer ist ein Glückssymbol

Rauchfangkehrermeister Patrick Ploner
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Rund um den Jahreswechsel ist Glück ganz wichtig. Als Glücksbringer gilt der Rauchfangkehrer.

HERMAGOR (nic). "Und das Glückssymbolist der Rauchfangkehrer" klingt es abends oft aus dem Fernseher, wenn die Lotterieergebnisse gesendet werden. Das Wiener Rauchfangkehrermuseum führt dieses Imgae auf eine Begebenheit aus der K. und K.-Zeit zurück und darauf, dass die "schwarzen" Männer (inzwischen auch Frauen) seit Jahrhunderten für Brandverhütung sorgten.

Fröhlicher Rauchfangkehrer

Für Patrick Ploner, Rauchfangkehrermeister aus Möderndorf, ist der Beruf ein Glücksfall. Der 38-Jährige übt ihn mit Leidenschaft aus und belohnte sich zur Meisterprüfung vor drei Jahren mit einem passenden Tattoo auf der Wade, nämlich das Bild eines fröhlichen Rauchfangkehrers.
Dass die Menschen sich vom Drehen eines Knopfes an seiner Arbeitsjacke Glück erhoffen, ist er gewöhnt. Auch die kleinen Geschenke zum Jahresabschluss, wie Glücksmünzen, werden von den Kunden gern angenommen.
Der Umgang mit Menschen und der Aspekt, dass er durch seine Arbeit Positives bewirkt, sind für Ploner wichtig. Er gesteht: "Ich wollte schon als kleiner Junge nur Rauchfangkehrer werden."
Das Aufgabengebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten stetig erweitert und verändert. Abgasmessungen und die Kontrolle der Einhaltung von Brandschutzvorschriften gehören ebenso wie das Lehren des Kamins dazu.
Nicht immer ist der Beruf ganz ungefährlich. "Gerade im Winter kann es auf den Dächern ganz schön rutschig sein und manchmal muss man einen Kehrtermin zur Sicherheit dann auch verschieben," erklärt der Rauchfangkehrer.
Als Meister ist Patrick Ploner im Betrieb von Franz Steiner angestellt. Sein Kehrgebiet beginnt in Waidegg und reicht bis nach Maria Luggau im Lesachtal. Für den Fototermin hat der sympathische Möderndorfer sogar Zylinder und ein weißes Halstuch angelegt. Normalerweise sind Kappe und Schal eher angesagt.
Früher wurde der Rauchfangkehrer auch gern einmal als "schwarzer Mann" bezeichnet und die Kinder hatten oft Angst vor ihm. "Das kommt heute eher selten vor und meist kann man das schnell einholen," lacht Patrick Ploner. Eher möchte eher als freundlicher Dienstleister und Partner der Hausbesitzer gesehen werden. "Den erhobenen Zeigefinger brauche ich zum Glück nicht so oft," verrät er. Und dass der Beruf einen zum Feierabend ehrer schmutzig sein lässt, stört ihn nicht.

Einladung zur Hochzeit

Auch nach vielen Jahren hat er immer noch seinen Traumberuf gefunden. Außer der Glücksrolle der Rauchangkehrer rund um Silvester wird diese gern auch beim Florianifest einmal im Jahr herausgestellt. Manchmal werden Rauchfangkehrer sogar zu Hochzeiten eingeladen. "Hatte ich noch nicht, kann aber noch kommen," sagt Ploner.

Zum Thema

• Der Rauchfangkehrer als Glückssymbol geht bereits auf die Zeit von Maria Theresia zurück.
• Das Reinigen des Rauchfangs brachte Glück, weil es Brände, die durch offene Feuerstellen oder Holzkamine weit verbreitet waren, verhinderte.
• Die Rauchfangkehrer zogen durch die Straßen und wurden damals hereingeholt, damit sie durch ihre Arbeit außerdem den häuslichen Frieden wiederherstellten, weil der Herr im Haus oft die schmutzige arbeit nicht sehr schätzte.
• Ein Gespräch, das ein Fauchfangkehrer zufällig während seiner Arbeit belauschte, soll zudem eine Verschwörung im Schloss Schönbrunn aufgedeckt haben. (Quelle Rauchfangkehrermuseum Wien).
• Das Angreifen und Drehen der Knöpfe an der Jacke soll Glück bringen.
• Die Kehrbezirke im Gailtal sind auf vier Betriebe aufgeteilt.

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