15.10.2014, 14:06 Uhr

Regen verpatzt Villach die Saisonbilanz

Bilanziert in der WOCHE: Villachs Tourismuschef Thomas Michor (Foto: KK)

Woche exklusiv: 100.000 Nächtigungen weniger. Villachs Cheftouristiker Thomas Michor über Ursachen und Konsequenzen.

VILLACH (kofi). Das Vorjahr war großartig – mit rund zwei Millionen Sommernächtigungen behauptete die Region Villach ihren Platz in den österreichischen Top 10. Heuer kann von Rekord keine Rede sein. Vielmehr hat der Dauer-Regen dafür gesorgt, dass die Zahl der Nächtigungen um fünf Prozent zurückgegangen ist. Chef-Touristiker Thomas Michor nennt im Gespräch mit der WOCHE erstmals konkrete Zahlen: "Wir haben 100.000 Nächtigungen verloren." Damit habe man zwar deutlich gegenüber dem Vorjahr verloren, doch sei der Wert vergleichbar mit dem Ergebnis von 2012.

Österreicher-Minus

Am größten ist das Minus bei den einheimischen Gästen, den Österreichern. "Der Rückgang beträgt fast 15 Prozent", sagt Michor und nennt den Hauptgrund: "Die Wetterlage hat die kurzfristig planenden Urlauber abgehalten. Wer am Morgen aufs Handy schaut und in Kärnten Regen angezeigt bekommt, tritt seinen Wochenendurlaub erst gar nicht an." Wer hingegen von weiter anreist und vielleicht schon früher gebucht hat, lässt sich von Regen nicht abhalten. "Wir haben ein schönes Plus bei Gästen aus den Niederlanden", freut sich Michor über Teilerfolge.

Warnschuss

In Summe hält er den Sommer mit seiner Rekordregenmenge für einen Warnschuss: "Wir müssen in Kärnten damit rechnen, dass es künftig vermehrt zu solch schwierigen Wettersituationen kommen wird. Das prognostizieren alle Experten." Fazit: die Region müsse ihr wetterfestes Programm verbessern. Erster Schritt: "Wir werden 2015 eine neue Gästekarte auf den Markt bringen, die alle vorhandenen Angebote preisgünstig zusammenfasst."
Und, zweite Lehre: "Unsere Betriebe müssen stärken auf den Radar der großen Buchungsportale, zum Beispiel bei booking.com." Dies bringe Frequenz, berge aber auch Gefahren: "Diese Agenturen verlangen zum Teil hohe Provisionen. Man muss als Hotelier genau wissen, wie weit man bei diesen Deals gehen kann." Daher biete die Region den Unternehmern entsprechende Schulungen an.
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