Globasnitz
Projekt "Heilende Wege am Hemmaberg" sorgt für Diskussion im Gemeinderat
- Die Kosten für den Energie-Park werden auf rund 250.000 Euro geschätzt
- Foto: Gerhard H.
- hochgeladen von Kristina Orasche
SPÖ-Gemeinderäte haben den Grundsatzbeschluss abgelehnt und den Sitzungssaal noch vor dem Ende der Gemeinderatssitzung verlassen.
GLOBASNITZ. Bei der Gemeinderatssitzung in Globasnitz kam es gestern zum Eklat: Nachdem die Gemeinderäte der SPÖ bereits am Anfang der Sitzung gefordert hatten den Punkt "Grundsatzbeschluss für das Konzept energetischer Park Heilende Wege am Hemmaberg" von der Tagesordnung zu nehmen, verließen sie noch vor dem Ende der Sitzung den Saal. Der Grund: das Projekt sei nicht ausfinanziert und die weitere Wartung und Pflege der Anlage sei nicht geklärt. Des Weiteren seien noch viele Fragen offen und das Projekt passe nicht in das Landschaftsbild.
Kosten: rund 250.000 Euro
"Die Kosten für das Projekt werden derzeit auf 250.000 Euro bis 300.000 Euro geschätzt", so der Vizebürgermeister von Globasnitz, Wolfgang Wölbl. Eine Summe, die für die SPÖ nicht tragbar ist. "Wir mussten in letzter Zeit so viele wichtigere Projekte, wie zum Beispiel den Hochwasserschutz zurückstellen, da unsere Gemeinde kein Geld hat", so Wölbl. Die SPÖ sei deshalb nicht für den Grundsatzbeschluss zu haben. "Außerdem ist das Projekt, so wie es jetzt geplant ist, eine reine Naturverschandelung."
Ausgrabungsleiter gegen Projekt
Auch Franz Glaser, Leiter der Ausgrabungen am Hemmaberg, ist gegen das geplante Projekt: "Teile des Hemmabergs steht unter Landschafts- und Naturschutz. Die komplette Fläche steht auch unter Denkmalschutz. Das geplante Projekt entspricht absolut nicht den Rahmenbedingungen für den Landschafts- , Natur- und Denkmalschutz und dass der Hemmaberg geschützt ist, wird auch im Projekt nicht angesprochen." Über der Rosaliengrotte soll zum Beispiel eine Stahlkonstruktion mit vier Stehern und einem fünf Tonnen schwerem Stein angebracht werden. "Auch Kieswege sollen entstehen, was das Landschafts- und Naturbild komplett verändern würde." Laut Glaser sei es unmöglich, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Schutzbereiche am Hemmaberg betreffend, nicht eingehalten werden. "Die Gemeinde sollte Bestehendes am Hemmaberg erhalten und sanieren, das wird nicht gemacht. Der Energie-Park würde meiner Meinung nach, die Landschaft komplett zerstören", so Glaser.
Projekt für die Zukunft
Bürgermeister Bernard Sadovnik kontert: "Es geht jetzt darum, den Grundsatzbeschluss anzunehmen, oder nicht. Das Projekt soll vorrangig mit Förderungen und privaten Mitteln finanziert werden." Den Aura- und Chakrenmeister Christian Buchacher mit der Konzepterstellung zu beauftragen, sei im Gemeinderat einstimmig beschlossen worden. "Deshalb verstehe ich auch nicht, warum die SPÖ jetzt gegen das Projekt ist", so Sadovnik. Das Projekt "Heilende Wege" umzusetzen sei wichtig für die Gemeinde: "Es ist ein Projekt für die Zukunft, womit die Nutzung und Stärkung der energetischen und natürlichen Ressourcen gestärkt werden soll." Kommenden Mittwoch soll im Gemeinderat erneut über den Grundsatzbeschluss abgestimmt werden.
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