Echt jetzt? Sonntagsdemo Dornbirn
Demonstration für Menschenrechte und Demokratie?

Tausende Demonstranten in der Dornbirner Innenstadt | Foto: Daniel Furxer
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  • Tausende Demonstranten in der Dornbirner Innenstadt
  • Foto: Daniel Furxer
  • hochgeladen von Isabelle Cerha

Sind wir wirklich schon so weit, dass offensichtlich gezeigt und damit erinnert werden muss, dass wir eine demokratische Herrschaftsorganisation auf Grund der Partizipation, der Teilhabe aller an der politischen (Willens-)Bildung haben? Sollte die Demokratie und das Menschenrecht nicht so offensichtlich über Allem stehen, dass sie im Vordergrund und als Basis aller Handlungen steht?

Die vergangene Sonntagsdemo „Nie wieder ist jetzt! Für Demokratie und Menschenrechte!“ in der Dornbirner Innenstadt lockte gleich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, wie die Fußballarena in Altach Sitzplätze bietet, also an die 4000.
4000 Menschen standen gemeinsam ein, der Demokratie eine Bühne zu geben, dem Rechtsruck entgegen zu wirken, auf Menschrechte aufmerksam zu machen und gegen Ausgrenzung und Hetze sanft zu protestieren. Dass das stattfindet, ist natürlich rechtens und legitim. In einer Demokratie hat alles Gehör und die Meinungsfreiheit steht an vorderster Front. Auch rechtsausgelegte Demonstrationen sind ja erlaubt, da der Rechtsextremismus, nicht zu verwechseln mit dem Neonazimimus, in Österreich, als nicht verfassungsfeindlich oder strafrechtlich verfolgende Position steht. Jedem (s)ein Recht, jedem seine Meinung.

Nach dem zweiten Weltkrieg, mit der Wiedereinführung der Demokratie durch die Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ erlangte die Regierung Stabilität. Wirtschaftswunder folgten. Neue Parteien wurden gegründet. Wirtschaftskrisen folgten. Und wo stehen wir jetzt? Kann es sein, dass wir die Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit als zu harmlos betrachtet und uns zu sicher gefühlt haben? Zu sehr an das Gute im Menschen geglaubt haben? Schon fast herablassend, davon ausgegangen sind, dass zwar jeder ein Recht auf Meinungsfreiheit hat, aber das große Gute und große Ganze nicht anfechtbar ist? Haben wir zu lange zugesehen, zu lange gewartet? Wurden wir jetzt überrannt? Müssen „wir“ jetzt demonstrieren, in der Hoffnung, dass wir nicht übersehen werden? Haben die „anderen“ jetzt gewonnen?

Beweggründe kollektiver Unzufriedenheit, herbeigeführt aus Wirtschaftskrisen, Inflation, Zuwanderung, Arbeitslosigkeit, sinnlosem Daseinsgefühl, Zukunftsängsten waren und sind starke Katalysatoren in einem trägen Motor, genannt Gesellschaft. Eine Demonstration alleine wird daher nicht gegen das „schlechte Denken“ ankommen. Aber das pro Mensch, pro Demokratie, pro Menschrechte unter 3999 weiteren „ich-verstehe-Dich-Menschen“ zu sehen, erinnert daran, dass das Gute selbstverständlich "jetzt!" da ist. Jetzt muss es einfach nur wieder verstärkt gesehen, ein- und umgesetzt werden, bevor wieder ein Krieg ausbricht und dieser uns daran erinnern wird, worauf es ankommt, und sich das Rad von vorne beginnt zu drehen.

Tausende Demonstranten in der Dornbirner Innenstadt | Foto: Daniel Furxer
Sonntagsdemo Dornbirn | Foto: Daniel Furxer
Foto: Daniel Furxer

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