„Wenn ich etwas anfange, bring ich's auch fertig“
Hans Pierecker aus Edt baute sein eigenes Segelboot
- Hans Pierecker und seine Gattin fuhren mit dem Boot "Marke Eigenbau" von der Schlögener Schlinge bis ans Schwarze Meer.
- Foto: Pierecker
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Der Edter Hans Pierecker baute sein eigenes Segelschiff und fuhr damit mit seiner Frau bis ins Schwarze Meer. Der Tischler verbrachte unzählige Arbeitsstunden damit, seine "Berta" in Eigenarbeit zu bauen und schließlich küstentauglich zu machen.
EDT BEI LAMBACH. Mehr als 5.000 Arbeitsstunden, jede Menge Tüftelei und ein eiserner Wille: Hans Pierecker aus Edt bei Lambach hat sich seinen Traum vom eigenen, küstentauglichen Segelschiff erfüllt. Der 70-jährige Tischlermeister baute die rund acht Meter lange „Brave Berta“ selbst. Mit seiner Frau an Bord führte ihn das Abenteuer von der Donau bis an die bulgarische Küste des Schwarzen Meeres.
- Tausende Arbeitsstunden flossen in Edt bei Lambach in den Bau des Segelbootes "Berta" von Hans Pierecker.
- Foto: Pierecker
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„Ich wollte ein Segelschiff bauen, das schöner sowie besser ist als die anderen und man sollte nicht sehen, dass es ein Tischler gemacht hat“, erzählt Pierecker. Die Pläne für seinen Leichtwindsegler kaufte er, den Rest erarbeitete er sich mit viel Fachwissen, Geduld und Experimentierfreude in seiner Bauhalle selbst. Zunächst entstand das Schiff neben seiner Arbeit als Selbstständiger, fertiggestellt wurde es schließlich in der Pension. Der Rumpf besteht aus Mahagonileisten, die mit Harz verleimt und innen wie außen mit acht Lagen Glasfasergewebe verstärkt wurden. Auch den 750 Kilogramm schweren Bleikiel goss Pierecker selbst. Unzählige Stunden lang wurde geschliffen, angepasst und verbessert. Motor, Küche, Kühlschrank und Schlafplätze sowie die gesamte eingebaute Elektronik machen die „Brave Berta“ zum schwimmenden Zuhause für zwei.
"Ich zeig es euch"
Begonnen hatte das Projekt einst zu dritt. Doch die Mitstreiter stiegen aus, und irgendwann stand sogar zur Debatte, das unfertige Boot auseinanderzuschneiden. Pierecker dachte nicht daran. „Ich hab gesagt: Ich zeig es euch und bau es fertig, fahr die Donau runter, segle am Meer und dann versenk ich es, nur damit ich es euch gezeigt habe.“
- Der Moment in dem das Boot endlich zu Wasser gelassen wurde und bereits für seine große Reise war.
- Foto: Pierecker
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Sechs Wochen Fahrt
Als das fertige Schiff erstmals zu Wasser gelassen wurde, war die Anspannung entsprechend groß. Manche haben bezweifelt, dass es überhaupt schwimmen würde. Pierecker wagte die Fahrt trotzdem. „Ich war gut drauf, aber essen konnte ich nichts.“ Erst in Wien, als der Motor zuverlässig schnurrte, fiel ein Teil der Anspannung ab.
- Hans Pierecker und seine Gattin fuhren mit dem Boot "Marke Eigenbau" von der Schlögener Schlinge bis ans Schwarze Meer.
- Foto: Pierecker
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Die Reise verlangte dem Paar einiges ab. Mit rund 1,5 Metern Tiefgang musste Pierecker die Route sorgfältig planen. Schleusen zu passieren und geeignete Übernachtungsplätze zu finden, war nicht immer einfach. Doch in Ungarn, Rumänien und Bulgarien begegneten ihnen die Menschen freundlich. Einmal half die Polizei, manchmal wurden die beiden sogar zum Essen eingeladen. Auch mit oberösterreichischem Dialekt und etwas Englisch klappte die Verständigung. Nach sechs reinen Fahrtwochen erreichten sie das Donaudelta und schließlich das Schwarze Meer. Bei Warna in Bulgarien machten die kurzen, steilen Wellen deutlich, wie wichtig eine gute Vorbereitung war. Die „Brave Berta“ liegt heute abgedeckt auf einem Trockengestell in einer Marina.
- Die "Brave Berta" von Hans Pierecker aus Edt bei Lamnach endlich im Meer angekommen.
- Foto: Pierecker
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Für Pierecker ist das Boot weit mehr als ein technisches Meisterstück. Es ist der Beweis, dass sich Beharrlichkeit lohnt. „Man kann viel, wenn man will“, sagt der Edter. Seine Geschichte zeigt: Wer einen Traum nicht aufgibt, kann auch scheinbar Unmögliches schaffen.
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