"Das Ungeheuer von Tirol" – Requiem für einen Mörder

Clemens Lindner stellt sein neues Buch am 22. Mai im oberen Foyer des Tiroler Landestheaters vor.
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Clemens Lindner ist in Hall geboren. Lange Jahre wechselte er seinen Wohnsitz zwischen Katalonien und Tirol, wo er heute mit seiner Familie in Götzens lebt. Er ist Schriftsteller, Übersetzer und arbeitet im Publikumsservice des Tiroler Landestheaters. Zueltzt erschien aus seiner Feder das Buch "Waltherpark".
Mit seinem neuesten Werk "Das Ungeheuer von Tirol – Requiem für einen Mörder" legt Clemens Lindner einen "Kriminalroman, den das Leben schrieb", vor. Er erzählt in ergreifender Weise von einem Frauenmörder, der nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Nord- und Süditalien sein Unwesen treibt – wie der Frauenmörder Guido Zingerle, der 1962 im Alter von 60 Jahren als "Ungeheuer von Tirol" in einem italienischen Gefängnis starb.

Inhalt

Das Kind Hugo Scrinzi wird von seiner mittellosen Mutter als billige Arbeitskraft an den Lucknerbauer verkauft. Am Hof des Tyrannen erfährt er nur Kälte, Abweisung und Schläge. Auch in der Schule wird er gehänselt, weil er ein uneheliches Kind ist. Hugo ist ein schweigsamer, linkischer Junge, der sich nur in der Einsamkeit der bizarren Bergwelt wohl fühlt. Er legt Höhlen an, in denen er sich tagelang verkriecht. Wenn er heimkommt, setzt es erneut Prügel und Essensentzug. Mit sechzehn Jahren verlässt er den verhassten Bauernhof und schlägt sich als Hilfskraft am Bau, als Zeitungskolporteur, mit kleinen Diebstählen und Hehlereien durchs Leben. Er wird für den Kriegsdienst eingezogen und desertiert.
Im Hungerwinter 1967/57 streift er durch das Auffanglager Gnadenwald für Flüchtlinge und KZ-Überlebende herum und beginnt eine "Karriere" als Schlepper, um die Gestrandeten über die Grenze nach Italien zu führen.
Viele folgen ihm auf dem beschwerlichen Weg über die Berge, die er wie kein zweiter kennt. Hugo lässt sich seine Dienste nicht nur mit barer Münze bezahlen. Er vergewaltigt Mascha Silberstein, die in Ghettos und Vernichtungslagern gequält oft vor der Tür des Todes stand, ehe sie nach Palästina weiterzieht. Zu Hause ist er ein vorbildlicher Familienmensch, der sich rührend um seine Frau und seine Tochter kümmert. Die beiden ahnen etwas von seiner dunklen Seite, stellen jedoch keine Fragen. Sie verstecken ihre Angst.
Als Scrinzi einige Monate später eine englische Touristin verschleppt und tötet, in der Höhle jedoch persönliche Gegenstände zurücklässt, die ihn verraten, setzt eine beispiellose Hetzjagd auf ihn ein. Wochenlang spielt er Katz und Maus mit den Behörden, bis er völlig entkräftet von Karabinieri in einer Almhütte verhaftet wird. Der Verfolgte ist erleichtert, dass in den winterlichen Bergen seine Flucht endlich endet. Der Prozess am Landesgericht schlägt hohe Wellen und bringt ihm eine lebenslange Haftstrafe ein.
Im Gefängnis ist er ein ruhiger, vorbildicher Sträfling, der für seine Mitgefangenen strickt. Sonst weiß kaum einer etwas über ihn. Er gilt als Inbegriff des Bösen, obwohl er Opfer ist. 1960 stirbt er an einer Krebserkrankung in einer Haftanstalt in Süditalien.
Den Priester, der ihm die letzte Ölung geben will, schickt er fort.

Buchpräsentation

Die Buchpräsentation findet am Dienstag, dem 22. Mai, um 20 Uhr im Oberen Foyer des Tiroler Landestheaters statt. Helmut A. Häusler wird Ausschnitte aus dem Roman lesen. Sumiko Tokushima sorgt mit Werken von Erik Satie und Arnold Schönberg für die musikalische Umrahmung. Nach der Lesung gibt es ein kleines Buffet und Getränke.

Clemens Lindner stellt sein neues Buch am 22. Mai im oberen Foyer des Tiroler Landestheaters vor.

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