"DieKunst ist wie die Liebe"

Original und Vujasins Steinreplik einer Statue des Palais Liechtenstein.
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Der gebürtige Kroate kam nach seiner Bildhauerausbildung 1975 nach Wien – und blieb. Er hat das Restaurieren in der Versuchsanstalt des Bundesdenkmalamtes im Arsenal erlernt und sich vor 30 Jahren selbständig gemacht.

Bildhauer mit Erfindergeist
Als Erfinder von speziellen Technologien zur Steinkonservierung hat er Alleinstellung in Europa. Denn vor allem Sandstein, wie die Figuren in Schönbrunn, die er in Arbeit hatte, muss nicht nur wiederhergestellt werden, sondern die nächsten 100 Jahre den Witterungseinflüssen trotzen. Und genau das macht Vujasin. Er hat sechs Jahre lang das Parlament restauriert und sieben Jahre an der Lerchenfelder Kirche akribische Feinarbeit geleistet. Am meisten hat er sich jedoch über die gelungene Wiederherstellung der „an sich nicht mehr restaurierbaren“ Schalen vor der Secession gefreut: „Niemand hat sich das zugetraut. Sie waren von Grund auf verrostet und kaputt, das wertvolle Mosaik an der Außenhaut fast komplett zerstört“, erzählt Vujasin. Fast zwei Jahre wurde dann geplant, getüftelt und von Grund auf saniert. Vujasin baute eine schützende, siebenteilige Überhaut, um die Scherben zu retten, die Vasen wurden ausgehöhlt, 620 Klebepunkte für Stahlhalterungen und ein rostfreies Gitternetz wurden angebracht, der Innenteil neu ausgekleidet. Was am Mosaik fehlte, wurde vom Meister selbst kunstvoll ersetzt. „Jetzt stehen sie wieder an ihrem alten Platz und tragen wie immer ihre Bäumchen.“

Vom Steinalten zu neuen Ideen
In seinem Beruf als Steinrestaurator hat Vujasin täglich mit den schönen, alten Dingen zu tun. Kein Wunder, dass er auch Kunstliebhaber ist. Doch die Liebhaberei gleich zum zweiten Beruf zu machen, ist mutig. Die Galerie Vujasin gibt es nun seit drei Jahren. Die schönen Räumlichkeiten haben in der Zeit schon viele Ausstellungen miterlebt. Doch Vujasin ist noch nicht zufrieden: „Ich suche das Einmalige, Neue, fernab vom normalen Kunstbetrieb mit seinen Messen und Künstlern, die sich in Reglements und Interessensgemeinschaften eingliedern müssen.“ Alle Freiheit der Kunst, meint der Idealist Vujasin, denn die bräuchten Künstler, um motiviert und kreativ zu sein. Er will „seine“ Künstler nicht bemuttern, sondern gemeinsam etwas bewegen. „Das verlangt vom Künstler genauso viel Kraft wie von mir.“ Dabei will er nicht in die Arbeits­atmosphäre der Künstler eingreifen, genausowenig wie er selbst Bevormundung mag. Der Vater dreier Kinder lässt auch ihnen allen Freiraum, sich zu entwickeln.

Kein Schema, viele Chancen
Seine Chance im harten Kunstbusiness sieht er darin, es eben nicht als bloßes Business zu sehen. „Ich nehme mir die Zeit, habe die Power, ganz Neues zuzulassen.“ Die magische Begegnung, wenn eigenwilliger Galerist und DER Künstler oder DIE Künstlerin einander finden, steht noch aus. „Ich glaube an den Erfolg, weil ich angstfrei und offen bin.“ In der Kunst sei es wie in der Liebe: Es könne nur funktionieren, wenn beide ein gemeinsames Ziel haben und einander nicht die Luft zum Atmen nehmen.

Original und Vujasins Steinreplik einer Statue des Palais Liechtenstein.
Nikola Vujasin mit einem Bild von Mario Neugebauer.
Nikola Vujasin mit einem Bild von Mario Neugebauer.
Gekonnte Restaurierung heißt auch Sicherung des 200kg schweren barocken Steinwappens.
Gekonnte Restaurierung heißt auch Sicherung des 200kg schweren barocken Steinwappens.
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