BitTrust Store: Wien hat den ersten Bitcoin-Shop weltweit

Geschäftsführerin Magdalena Isbrandt demonstriert das Abheben und Einzahlen von Bitcoins mittels Smartphone.
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  • Geschäftsführerin Magdalena Isbrandt demonstriert das Abheben und Einzahlen von Bitcoins mittels Smartphone.
  • hochgeladen von Johannes Gress

MARIAHILF. Auf der Mariahilfer Straße gibt es ihn, den weltweit ersten Bitcoin Store der Welt. Die sogenannte "Kryptowährung" Bitcoin ist manchen zumindest vom Hörensagen ein Begriff, wirklich was anzufangen damit, wissen meist die wenigsten. Daran etwas zu ändern, das ist die Vision von Geschäftsführerin Magdalena Isbrandt. Die virtuelle Währung "in die reale Welt bringen, greifbar machen und Aufklärung leisten" steht dabei neben dem Handel mit der Währung ganz oben auf der Agenda des Bit Trust Stores auf der Mariahilfer Straße 49. Diverse Ökonomen und Finanzexperten warnen zwar vor der Unberechenbarkeit der Währung und ungeahnten Kursschwankungen, davon zeigt sich Isbrandt weitestgehend unbeeindruckt. Für sie ist es gerade die Freiheit, der fehlende Einfluss von Staaten und Kontrollinstanzen, welchen den Reiz der Währung ausmachen.

„Bitcoin ist ein digitales, dezentrales, weltweit verbreitetes Zahlungssystem. Das heißt, ich kann von überall auf der Welt, zu jeder Zeit an jedem Ort Bitcoin versenden. Ohne eine Bank oder einer dritten Person. Das ist genauso einfach wie das Versenden einer E-Mail“, erklärt die 32-Jährige das Prinzip hinter der Kryptowährung. In Wien gibt es aktuell 40 Stellen an denen mit der neuen Währung bezahlt werden kann. Der große Vorteil im Vergleich zum Euro, so die Geschäftsführerin: "Man ist nicht gebunden an eine dritte Instanz oder an eine Bank. Und ganz wichtig ist: Es gibt niemals eine zentrale Instanz, die dieses System steuern kann“.

Teils drastische Kursschwankungen

Genau hierin sehen Experten auch die Negativseite der neuen Währung. War ein Bitcoin im Gründungsjahr 2009 nur einige Cent wert, sind es mittlerweile rund 950 Euro, Tendenz steigend. Ökonomen warnen daher vor einer Blasenbildung, ähnlich der Immobilienblase 2008. „Für mich ist es keine Gefahr“, entgegnet Isbrandt. Die Währung sei so konstruiert, dass Krisen auszuschließen seien, im Gegenteil soll die Neu-Währung den Einzelnen eher vor Finanzkrisen schützen und so ist die Geschäftsführerin überzeugt: „Bitcoin ist das sicherste Zahlungsmittel, das jemals entwickelt wurde“.

So haben sich Bitcoins im Vergleich zum Euro in den vergangenen sechs Monaten entwickelt:

Screenshot: finanzen.net

In jüngster Vergangenheit kam es trotzdem immer wieder zu drastischeren Kursschwankungen, teils schwankte die Währung von einem Tag zum anderen um 30 Prozent des Wertes. Auch Hackingangriffe auf das System sind keine Seltenheit. Isbrandt erklärt, dass es jedoch immer die einzelnen Börsen gewesen sind, welche gehackt wurde, "Bitcoin selbst wurde noch nie gehackt“. In dem neuen Store auf der MaHü will man deshalb auch darüber informieren, an welcher Börse man kaufen sollte, welche Finanzprodukte Sinn machen und wovon man eher die Finger lassen sollte. Beim Handeln mit der Währung verrechnet BitTrust eine Gebühr, mit welcher sich der Laden künftig auch finanzieren sollte.

Von Wien aus in die weite Welt

Die Klagelieder der Unternehmer über zu hohe Mitpreise auf der MaHü sind Isbrandt bekannt. Sie hat sich trotzdem für einen Standort auf der belebten Einkaufsstraße entschieden. "Die Mietpreise sind beträchtlich, aber es ist einfach eine Top-Frequenz Zone. Wir haben hier ein sehr junges, sehr technologieafines Publikum – deswegen haben wir uns für diesen Standort entschieden". Und dieser Standort soll auch nur den Anfang markieren: „Wir wollen das dementsprechend aus dem Standort Wien heraus globalisieren und auch in Europa mehrere Stores eröffnen“. Konkretere Planungen gibt es hierzu bereits in Salzburg und Innsbruck. Ein Auge wirft man vor allem auf die großen Metropolregionen Europas.

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