Allgemeinmedizin
Hat die Wieden genug Hausärzte?

Das persönliche Gespräch mit dem Arzt ist wichtig – dadurch kommt es jedoch auch zu längeren Wartezeiten.
  • Das persönliche Gespräch mit dem Arzt ist wichtig – dadurch kommt es jedoch auch zu längeren Wartezeiten.
  • Foto: MEV Verlag GmbH
  • hochgeladen von Yvonne Brandstetter

Immer mehr Bezirke klagen über Ärztemangel. Auf der Wieden sieht es jedoch besser aus.

WIEDEN. Den richtigen Hausarzt zu finden, ist eine Herausforderung. Immerhin gibt es 731 Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in Wien. 12 davon ordinieren auf der Wieden. Das ergibt bei rund 33.000 Bezirksbewohnern, dass im Durchschnitt jeder Mediziner rund 2.750 Patienten betreut.

Keine Termine, aber Wartezeiten

Bei einem Rundruf der bz zeigt sich jedoch: Die Situation der Allgemeinmediziner ist nicht zu vergleichen mit jener der Fachärzte.
Ein Beispiel: Von fünf Ärzten nehmen alle noch neue Patienten auf und kein Arzt beschränkt sich auf Bewohner des Bezirks. Termine sind nirgends notwendig, häufig wird jedoch gebeten, zumindest spätestens eine Stunde vor Ordinationsschluss vor Ort zu sein.

Haken an der Sache: Die Wartezeiten sind lang. Mit rund zwei Stunden ist zu rechnen, heißt es in fast allen Ordinationen. Doch immerhin hat man die Versicherung, dann auch dranzukommen. Weggeschickt wird niemand. Ein Großteil der Allgemeinmediziner auf der Wieden bietet auch Öffnungszeiten am späten Nachmittag an, was Berufstätigen zugute kommt.
In ganz Wien gibt es derzeit 35 Stellen weniger als noch vor fünf Jahren. Der Rückgang liege, so Silvia Jirsa von der Wiener Gebietskrankenkasse, an der Umsetzung des regionalen Strukturplanes, aber auch daran, dass einige Planstellen nicht nachbesetzt werden konnten. Diese Stellen wollte offenbar niemand übernehmen. 

Wieden: Kein Ruhestand

„Um Nachbesetzungsschwierigkeiten im Fach Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde zu verhindern, gibt es in diesen beiden Fachgebieten Ausnahmen von der gesetzlichen Altersgrenze“, erklärt Jirsa. Das bedeutet: Hier müssen Ärzte nicht mit spätestens 70 Jahren ihre Praxis und ihren Vertrag abgeben. Sie dürfen auch älter sein. Noch in diesem Jahr verabschieden sich sieben Ärzte in den Ruhestand – auf der Wieden geht noch niemand. Doch die WGKK steuert gegen. Man versucht nun vermehrt, die Gründung von Gruppenpraxen zu forcieren.

Auch für Patienten verspricht das Verbesserungen. Längere Öffnungszeiten, durchgehende Öffnung das ganz Jahr über und Teamarbeit bringen Vorteile. Derzeit sind zwei Primärversorgungszentren in Mariahilf und Donaustadt als Pilotprojekte in Betrieb. Für Wien sind bis Ende 2020 insgesamt 16 Primärversorgungszentren geplant. Derzeit wird der "Regionale Strukturplan Gesundheit" für die nächsten Jahre erarbeitet – dieser stellt die Vorgaben für die gesamte medizinische Versorgung der Stadt dar.

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