Mode mit Charakter: Kleidung inspiriert von Afrika

Pflanzen, Stoffe und alte Nähmaschinen: Christina Schatzeder hat sich in der Belvederegasse 35 ihr eigenes Reich geschaffen.
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  • Pflanzen, Stoffe und alte Nähmaschinen: Christina Schatzeder hat sich in der Belvederegasse 35 ihr eigenes Reich geschaffen.
  • hochgeladen von Andreas Edler

WIEDEN. Das Geschäft in der Wiedner Belvederegasse 35 blickt auf mehrere Schneider-Generationen zurück. Das alte Gewölbe könnte wahrscheinlich viele Geschichten erzählen. Von kurzen und langen Röcken, von Modetrends aus verschiedenen Jahrzehnten und Nadeln, die Tag ein Tag aus Stoffe durchlöcherten. Eines steht fest: Das Geschäft hat Charakter.

Passend, weil Neo-Mieterin Christina Schatzeder ihr Modelabel "Cha•rak•ter" nennt. Die 30-Jährige ist die jüngste Schneiderin in der Belvederegasse. Viele der alten Nähmaschinen von Vorgängern hat sie übernommen. Einiges hat sie aber auch komplett umdekoriert. Liebevoll sind die Zwirne nach Farben geordnet, eine Vintage Couch lädt zum Pausieren und Beobachten ein.

Hinten in der Werkstatt hat Schatzeder alte Einmachgläser an das Regal geschraubt – darin sammelt sie Stoffreste. Auch die sind penibel nach Farben geordnet. Schatzeder ist noch immer inspiriert von ihren Jahren an der Elfenbeinküste. Dorthin hat es die damals 24-Jährige mit Zwischenstation in Paris verschlagen. Fünf Monate wollte sie eigentlich bleiben – geworden sind es schlussendlich sechs Jahre, in denen sie als Schneiderin in der Hauptstadt Abidjan tätig war.  Vor kurzem hat es Schatzeder zurück nach Wien verschlagen und mit ihr kommt ein Hauch von Afrika in die Modeszene - bunte Farben treffen auf schlichtes Schwarz. Ein Mix aus Modern und Nostalgie ist zu erkennen. Das spiegelt sich auch im neuen Geschäftslokal wieder. "Es war schön, nicht alles ganz neu einzurichten, sondern auch mit dem Vorhandenen zu arbeiten", sagt Schatzeder. 

Von Wien in die Welt...

Das Handwerk hat die 30-Jährige bereits in Oberösterreich gelernt, dort, wo auch ihre Wurzeln zurückführen. Nach einem längeren Aufenthalt in Wien, während dem sie auch die Meisterschule absolvierte, folgte 2009 schließlich der Umzug in die Modestadt Paris. Im Antlitz des Eiffelturms hatte Schatzeder eine dieser Begegnungen, die ein Leben nachhaltig verändern können. Sie lernte eine Designerin kennen, der sie schließlich an die Elfenbeinküste folgte. Erst dort kam der Entschluss: Die Selbstständigkeit soll es sein. Und zwar zurück in Wien. 

...und wieder zurück

Unlängst hat Schatzeder ihre neue Kollektion auf der Fashion-Week präsentiert. "Doch ich finde gerade heraus, was eigentlich mein Stil ist", sagt sie. Derzeit fließen noch viele afrikanische Elemente in die Arbeit mit ein. "Ich arbeite, wie ich eben inspiriert werde." In Zukunft möchte die Neo-Wiednerin auch mit anderen Designern zusammenarbeiten und vielleicht auch Schmuck oder Schuhe in ihrem liebevoll eingerichteten Geschäft in der Belvederegasse anbieten.  Neben den eigenen Entwürfen bietet Christina Schatzeder natürlich auch Änderungs- und Maßschneider-Services an. 

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