Tiefe Einblicke: Arbeitsinspektorat schreibt Intim-Waxing beim Fenster vor

Intim-Waxing mit Zuschauern von der Straße? In der Postgasse vielleicht bald Realität.
  • Intim-Waxing mit Zuschauern von der Straße? In der Postgasse vielleicht bald Realität.
  • Foto: Facebook/Wagner
  • hochgeladen von Andreas Edler

WIEN. Ein skurriles Posting macht derzeit auf Facebook die Runde. "Sehr geehrtes Arbeitsinspektorat, vielen Dank für Ihren Besuch in unserem Salon. Wir erfüllen hiermit Ihre Anordnung, wonach Intim-Enthaarungen nur in Räumen mit Fenstern ins Freie durchgeführt werden dürfen", schreibt Katia Wagner vom Schönheitssalon "The Beauty Bar". Für die Beamten gibt es ein Zuckerl dazu: Die ersten zehn Arbeitsinspektoren bekommen ein Pofalten-Waxing gratis dazu, sollten sie sich vor dem Fenster einer Intim-Enthaarung unterziehen.

Im November hatte die Inhaberin bereits Besuch von den Arbeitsinspektoren. Dabei wurden die fehlenden Fenster in den Enthaarungs-Kabinen bemängelt. Im Jänner flatterte dann die offizielle Weisung ins Haus: Binnen einer Frist von 12 Wochen wären Fenster einzubauen, durch die man "wenn man aufrecht steht, einen Blick ins Freie hat".

Blick ins Freie vorgeschrieben

"Man werde das prüfen", heißt es zunächst seitens der zuständigen Pressestelle des Arbeitsinspektorats. Eine erste Vermutung: "Wahrscheinlich geht es um giftige Dämpfe, die eine Belüftung erfordern", sagt ein Pressesprecher. Darum geht es laut der Katia Wagner vorliegenden Weisung jedoch nicht. "Es geht um die Sicht ins Freie", sagt die 28-jährige Chefin. "Als Arbeitsräume dürfen nur Räume verwendet werden, die eine Sichtverbindung zum Freien aufweisen. Diese muss so gelegen und beschaffen sein, dass von ortsgebundenen Arbeitsplätzen aus Sichtkontakt mit der äußeren Umgebung möglich ist", heißt es im Wortlaut der Weisung. Man sei jedoch kein Hinterhofstudio, sondern das größte Kosmetikstudio Österreichs – mit 70 Mitarbeitern in drei Filialen. Die Auflage sei der Inhaberin jedenfalls neu, weshalb man wohl bald groß umbauen müsste.

Arbeitsinspektorat: Grobe Mängel

Ganz so einfach will die zuständige Pressestelle des Sozialministeriums den Sachverhalt nicht dargestellt sehen. "Man kann über viele Auflagen diskutieren, doch im konkreten Fall sind grobe Mängel festgestellt worden. Niemand verlangt eine Intim-Enthaarung in der Auslage. Es geht allein um die Arbeitsbereich im ersten Stock, die nicht einmal eine Be- und Entlüftung haben", sagt Pressesprecher Christoph Ertel. Der Sichtkontkat sei nicht der einzige Mangel. Grundlegende Vorschriften würden seitens des Salons nicht eingehalten.

Auf Facebook sorgt das Posting derzeit dennoch für einen Shitstorm gegen das Arbeitsinspektorat – der Beitrag wurde bereits mehr als 2.000 Mal geteilt.

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