Feuerwehr an der Grenze ihrer Möglichkeiten
18 Einsätze fordern die Freiwilligen

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WIENER NEUSTADT (Bericht der FF WRN). Fast pausenlos waren die Feuerwehrmänner und -Frauen der Feiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt in den letzten eineinhalb Tagen unterwegs. Grund genug, auch über sie und ihre Belastung zu berichten und nicht nur, über die Dinge, die sie Tag ein, Tag aus für die Stadt Wiener Neustadt und ihre Einwohner leisten. Ehrenamtlich, ohne Gehalt und stets bei dem Versuch, ihren Brotberuf mit ihrem Ehrenamt in Einklang zu bekommen.

"Hier Florian Wiener Neustadt mit einem Einsatz für die Feuerwehr Wiener Neustadt!" So beginnt für gewöhnlich ein Satz, welcher die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -Frauen in Wiener Neustadt für gewöhnlich ihr ziviles Leben auf "Stopp" und sie in den "Helfermodus" umschalten lässt. Was viele Feuerwehren in Niederösterreich einige Male im Monat beschäftigt, ist in Wiener Neustadt der regelmäßige Begleiter vieler Ehrenamtlicher. Im Durchschnitt zwei bis vier Mal werden die Einsatzkräfte in Wiener Neustadt in die Feuerwehrzentrale gerufen, da Personal für Einsätze benötigt wird.

Statistisch gesehen fährt die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt 1300 Einsätze pro Jahr. Das bedeutet für die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt somit im Schnitt 3,5 Einsätze innerhalb von 24 Stunden. Ehrenamtlich, neben einem Brotberuf, während die Bewohner der Statutarstadt arbeiten, schlafen und ihrem täglichem Leben nachgehen. Die Freiwilligen der Feuerwehr Wiener Neustadt stehen tagtäglich für Sie im Einsatz. Doch auch die Fähigkeiten einer solch schlagkräftigen Truppe wie die der Feuerwehr Wiener Neustadt kommt an ihre Grenzen.

"Wohnungsbrand, Verkehrsunfall mit Menschenrettung, Wald- und Bauernhofbrand, Brandmeldealarme, Brandverdacht, Freimachen von Verkehrswegen nach Unfällen, eine Personenbefreiung aus einem stecken gebliebenen Aufzug, ...", nur einige wenige Beispiele für die Bandbreite, welche die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt innerhalb der letzten Stunden beschäftigte. Auf unglaubliche 18 Einsätze musste die FF Wr. Neustadt innerhalb der letzten 36 Stunden reagieren. Das war durchschnittlich einer alle zwei Stunden. Neben den alltäglichen Kleineinsätzen, welche in einer Stadt rund um die Uhr vorkommen, waren die Mitglieder bei vier größeren Ereignissen tätig.

Fünf Menschen wurden aus einem brennenden Haus, zwei aus einem verunglückten Pkw und einer aus einem stecken gebliebenen Aufzug gerettet werden. Bei einem Bauernhofbrand in Lichtenwörth unterstützten die Wiener Neustädter Helfer bei der Brandbekämpfung und der Rettung zahlreicher Stiere aus den Flammen. Im Bezirk Neunkirchen waren knapp zwei Dutzend Flughelfer der Flugdienst Basisgruppe Süd aus Wiener Neustadt acht Stunden im Einsatz, um einen Waldbrand zu bekämpfen. Dieser Einsatz ist noch im Laufen und wird die Wiener Neustädter Einsatzkräfte auch morgen voraussichtlich den ganzen Tag beschäftigen. Um die belasteten Wiener Neustädter Einsatzkräfte zu unterstützen, musste sogar die Freiwillige Feuerwehr Weikersdorf ins Wiener Neustädter Feuerwehrhaus einrücken, um den Tagesbetrieb aufrecht zu erhalten. Großer Dank gebührt den Kameraden der FF Weikersdorf, welche in Abwesenheit der Wiener Neustädter Florianis einen Brandverdacht im Stadtgebiet übernahmen.

"Für eine Freiwillige Feuerwehr ist so eine Einsatzbelastung auf Dauer kaum zu stemmen. Ich bin unglaublich stolz auf alle meine Kameraden und Kameradinnen, welche in den vergangenen Stunden unglaubliches geleistet haben. Unabhängig von Uhrzeit, Wetter und Temperaturen verlassen sie, ohne nachzudenken, ihre Familien um für ihre Mitmenschen da zu sein. Nach solchen Tagen steht ihnen jedoch die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Glücklicherweise sind solche Tage nicht alltäglich. Jedoch bemerken wir einen stetigen Anstieg der Belastung für unsere Mitglieder. Immerhin müssen die Feuerwehrleute neben den Einsätzen ja auch den Dienstbetrieb aufrecht erhalten. Dazu zählen zum Beispiel die Wartung von Fahrzeugen und Geräten, die Teilnahme an behördlich vorgeschriebenen Brandsicherheitswachen oder die Teilnahme an Übungen und Schulungen. All dies selbstverständlich neben ihrer Hauptberufe!", beschreibt Feuerwehrkommandant BR Christian Pfeiffer die wachsende Belastung der Freiwilligen.

Zwar sind bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt einige hauptamtliche Mitarbeiter angestellt, diese sind jedoch hauptsächlich für den 24- stündigen Betrieb der Bezirksalarm- und Warnzentrale sowie für den großen Fuhrpark der Feuerwehr verantwortlich. Der Einsatzbetrieb wird jedoch hauptsächlich durch die Freiwilligen aufrecht erhalten. Eine herausfordernde und umfangreiche Aufgabe, welche in derartig stressigen Zeiten oft an ihre Grenzen gerät.

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