Gerodet: Zwettler trauern um Erholungswald (mit TV-Beitrag)

Radikale Abholzung notwendig: So sieht der Zwettler Erholungswald jetzt aus.
  • Radikale Abholzung notwendig: So sieht der Zwettler Erholungswald jetzt aus.
  • Foto: bezirksblätter.tv
  • hochgeladen von Bernhard Schabauer

Erst jetzt bekanntgewordener Zwischenfall im Vorjahr lässt Wachsamkeit des Besitzers nachvollziehen.

ZWETTL (bs). Der beliebte Erholungswald der Zwettler im Zwettltal wurde gerodet. Franz Oels, Direktor der Zwettler Bürgerstiftung, die den Wald besitzt, stand im Bezirksblätter-TV-Interview Rede und Antwort.

BEZIRKSBLÄTTER: Warum musste das Gebiet so radikal abgeholzt werden?
FRANZ OELS: "Wir haben es hier mit dem bereits bekannten Eschensterben zu tun. Die betroffenen Eschen stellen eine besondere Gefahr dar, weil die Wurzeln durch diesen Pilz absterben und plötzlich umfallen können. Hinzu kommt hier die steile Lage, wo unten am Fuße ein sehr gut frequentierter Wanderweg vorbeiführt. Daher sind auch hier die Haftungsproblematiken sehr groß."

Also werden im Zweifelsfall gleich mehr Bäume umgeschnitten als notwendig?
"Für den Laien ist es zugegebenermaßen sehr schwer zu erkennen, welcher Baum gesund und welcher krank ist. Man kann einzelne Bäume kaum alleine stehen lassen, weil sie danach einem Sturm und den Wetterkapriolen noch extremer ausgesetzt sind. Die Eschen in dem Bereich waren sehr stark betroffen und auch die Ahorn-Bäume hatten hier einen schlechten Standort weil die Trockenheit eine Dürre und ein Absterben des Baumes verursacht. Im Vorjahr ist eine Eiche plötzlich abgestürzt und am Wanderweg zu liegen gekommen. Zum Glück waren damals keine Personen in diesem Gebiet unterwegs."

Was wird man nun anpflanzen?
"Der Trend in diesen prekären Lagen geht in Richtung Mischwälder –  Sträucher, Bäume, die sonnenresistent sind, Ulmen, Erlen oder vielleicht auch Birken. Es werden sicher zu rund 80 Prozent Laubhölzer sein.

Warum wurde im Vorfeld so wenig über die Baumkrankheiten informiert?
"Hier ist eine Lage, die sehr auf die Emotionen der Menschen drückt. Es wurden die lokalen Medien informiert und es wurde auch berichtet. Aber es ist anscheinend schwer, die Informationen auf kurzem Wege an den Mann zu bringen. Ich ersuche um Verständnis, dass wir im Vorhinein nicht alles erklären konnten. Wir wollen in Zukunft aber auch auf die Hintergründe zu sprechen kommen."

Wann wird der Wanderweg wieder freigegeben?
"Die Rodung ist abgeschlossen. Die Stadtgemeinde möchte die Geländer bei dieser Gelegenheit erneuern und wird dafür noch ein bis zwei Wochen benötigen. Eine Öffnung ist also für den März vorgesehen."

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