16.03.2016, 08:47 Uhr

Nach der Babypause: Gut informiert und kompetent zurück in den Job!

Antonia Kastner (Apfelbäumchen), Ursula Nagode (NÖ Hilfswerk), Gerald Hehenberger (Bildungs-beratung NÖ), Martina Haider (NÖ Hilfswerk) und Carola, Anita Dürr (die kleinstadtmütter), Daniela Schubert-Piringer (Frauenberufszentrum), Maria Steiner (Frauenberatung), Stefan Dellacher (Ökokreis), Petra Zeilinger (AMS), Jürgen Binder (AK), Verena Hinterndorfer (Kindergarten-pädagogin), Emmerich Temper (GKK), Claudia Doleschal (AMS), Kurt Steinbauer (AMS) - v.l. (Foto: AMS Zwettl)

AMS und AK NÖ: Gemeinsame Veranstaltung „WO[MAN] & WORK“

ZWETTL. Am 15. März veranstalteten die 22 AMS NÖ-Geschäftsstellen in Kooperation mit der Arbeiterkammer NÖ unter dem Titel „WO[MAN] & WORK“ einen Info-Tag für Frauen und Männer (!), die sich nach einer familiär bedingten Unterbrechung des Berufslebens wieder in Richtung Arbeitsmarkt orientieren. „Je schwieriger die Lage am Arbeitsmarkt, desto notwendiger werden kompetente Beratung und gründliche Vorbereitung auf einen gelungenen beruflichen Wiedereinstieg“, so der Leiter des AMS Zwettl Kurt Steinbauer, der sich mit über den regen Besuch beim WiedereinsteigerInnen-Info-Tag freute.
ExpertInnen des AMS, der AK, der Frauenberatungsstelle, diverser Kinderbetreuungseinrichtungen und von anderen Institutionen wie der Gebietskrankenkasse, Bildungsberatung NÖ etc. informierten und berieten die BesucherInnen über Arbeitsmarkt und Jobsuche, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung, finanzielle
Leistungen und vieles mehr. „Wir stellten auch Kinderbetreuung zur Verfügung, damit sich unsere Gäste rund um und vor allem in Ruhe informieren konnten und hielten auch kleine Erfrischungen bereit“, so Steinbauer.

Frauen am Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Ende Februar waren insgesamt 1.801 Personen beim AMS Zwettl arbeitslos gemeldet. Während die Zahl der jobsuchenden Männer erstmals seit Jänner 2015 um immerhin 12,7% auf insgesamt 1.260 zurückgegangen ist, ist jene der Frauen im Vorjahresvergleich um 15 Betroffene (plus 2,9%) angestiegen.
Insgesamt 541 Frauen waren Ende Februar im Bezirk Zwettl arbeitslos. 91 von ihnen waren Wiedereinsteigerinnen nach der Babypause. Das sind um 4 Frauen od. 4,6% mehr als im Vergleich zum Februar des Vorjahres.
Je schlechter die Ausbildung, desto größer die Gefahr arbeitslos zu werden – dieser Umstand trifft vor allem auf Frauen zu! Im Schnitt des Jahres 2015 lag der Anteil der Niederösterreicherinnen, die nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen konnten, bei 45,9%. Bei Männern hat dieser Anteil 41,5% betragen.
Trotz einer, in den letzten Jahren laufenden Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen liegt diese in Niederösterreich mit 76,3% weiterhin noch deutlich unter jener der Männer (79,9%; jüngste Daten aus 2014). Und: 80% der Personen, die in Teilzeit arbeiten, sind Frauen!
„Nach wie vor stellen wir fest: Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt, so trifft das vor allem jene, die aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel niedrige Qualifikation, Betreuungspflichten und deshalb geringere zeitliche Flexibilität – schlechtere Chancen haben, beruflich Fuß zu fassen. Frauen laufen also Gefahr, verdrängt zu werden bzw. sich vom Erwerbsleben ganz oder teilweise zurückzuziehen“, weiß AMS-Leiter Kurt Steinbauer.

AMS: Erfolgreich für und mit Jobsuchenden unterwegs

Dass aber auch in schwierigen Zeiten der Weg zurück ins Berufsleben erfolgreich verlaufen kann, zeigen folgende Fakten:
751 Frauen aus dem Bezirk Zwettl ist im letzten Jahr nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit die Rückkehr ins Erwerbsleben gelungen. Trotz angespannter Arbeitsmarktlage sind dies in Summe um 0,4% mehr Arbeitsaufnahmen mehr als im Jahr 2014. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres haben bereits 124 Frauen ihre Arbeitslosigkeit mit einem beruflichen Wiedereinstieg beendet – ein Plus von 6% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
197 Frauen nach der Familien- oder Babypause haben sich im letzten Jahr auf ihre Rückkehr ins Berufsleben mit einem AMS-geförderten Aus- und Weiterbildungsangebot vorbereitet bzw. einen passenden Arbeitsplatz gefunden. Seit Jahresbeginn 2016 haben bereits 17 Wiedereinsteigerinnen die Rückkehr ins Erwerbsleben geschafft und weitere 27 die Aus- und Weiterbildungsangebote des AMS genutzt.
Obwohl im Jahresdurchschnitt mit rund 61% mehr Männer als Frauen arbeitslos vorgemerkt sind, hat das Arbeitsmarktservice Zwettl mehr als 50% aller finanziellen Mittel aus dem Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Frauen reserviert!
Breitgefächertes Angebot für einen erfolgreichen Berufseinstieg
Um die Erwerbsbeteiligung der Frauen zu fördern bzw. die Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt zu verhindern, setzt das Arbeitsmarktservice folgende Schwerpunkte: maßgeschneiderte Unterstützung beim Berufseinstieg nach der „Familienpause“ sowie Förderung von hochwertiger Aus- und Weiterbildung.

Mit Kompetenz zurück ins Berufsleben:

Ein maßgeschneidertes Seminarangebot für WiedereinsteigerInnen bietet das AMS mit 12-wöchigen halbtags geführten Kursen „Wiedereinstieg mit Zukunft“. Heuer haben bis zu 1.070 Niederösterreicherinnen Gelegenheit, ihre berufliche Zukunft neu zu planen, sich auf den Wiedereinstieg in der Gruppe mit „Gleichgesinnten“ gut vorzubereiten und jenen Job zu finden, der zu ihnen passt.
Mit den niederösterreichweit flächendeckend eingerichteten Frauenberufszentren steht jobsuchenden Frauen ein maßgeschneidertes Programm zur Perspektivenentwicklung zur Verfügung. Das Angebot des Frauenberufszentrums umfasst sowohl Einzelberatung als auch Coachings und Workshops in Gruppen. Inhalt der Einzelberatung ist eine Qualifizierungsberatung mit dem Angebot, anschließend einen Kurs aus dem AMS-Programm oder auch am freien Bildungsmarkt zu nutzen. In den Gruppenworkshops werden Themen wie Bildungs- und Laufbahnplanung, Gesundheitsförderung, EDV-Grundlagen, Bewerbungstraining behandelt.

Ausbildungen in handwerklich-technischen Berufen:

„Wir bieten Frauen attraktive Sprungbretter in Berufe, die bislang noch überwiegend von Männern ausgeübt werden. Damit leistet das AMS einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Einkommensnachteile von Frauen und der geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt“, so Steinbauer weiter.
Das Programm FiT – Frauen in Handwerk und Technik – beinhaltet ein umfassendes und auf den individuellen Bedarf ausgerichtetes Beratungs- und Kursangebot mit dem Ziel, Frauen eine Ausbildung bis hin zum Lehrabschluss in einem handwerklich-technischen Bereich oder sogar ein entsprechendes Fachhochschulstudium zu ermöglichen. „Auch Wiedereinsteigerinnen nehmen dieses Kurangebot gerne in Anspruch!“, weiß der AMS-Chef.
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