06.05.2016, 17:39 Uhr

Frostschäden: Politik stellt rasche Hilfe in Aussicht

Obstbauer Gerald Zotter (2. von rechts) zeigt Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, Ortsvorsteherin Margot Bösenhofer und Agrarlandesrätin Verena Dunst die Frostschäden in seinem Obstgarten. (Foto: Büro Dunst)

Lokalaugenschein von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter und Agrarlandesrätin Verena Dunst im Obstbau-Ort Kukmirn

KUKMIRN. Bund und Land wollen den vom Spätfrost schwer getroffenen Landwirten so gut wie möglich unter die Arme greifen. Die Versicherungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Kulturen sollen ausgeweitet werden, die staatlichen Zuschüsse zu Versicherungsprämieren ebenfalls. Das hat Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter bei einem Besuch in Kukmirn bekanntgegeben.

Versicherungsschutz erhöhen

"Unser Ziel ist, die Zahl der versicherten Bauern zu erhöhen", sagte Rupprechter. Für die notwendigen Mittel habe der Finanzminister bereits die Öffnung des Katastrophenfonds zugesagt. Außerdem sollen die Raten für Kredite, die Bauern in den letzten Jahren für Investitionen aufgenommen haben, gestundet werden können.

Österreichweit sind zwar rund ein Drittel der Weingärten gegen wetterbedingte Ernteausfälle versichert, Obstbaukulturen hingegen noch kaum. Für Kernobst wie Apfel oder Birne sollen daher in Zukunft Versicherungsprämien bezuschusst werden können. Steinobst wie Pfirsich oder Marille sollen neu in das Hagelversicherungsfördergesetz aufgenommen werden können.

Bund und Land übernehmen je 25 %

"Von den Prämien zahlen Bund und Land je 25 Prozent, der Bauer 50 Prozent", erläuterte Agrarlandesrätin Verena Dunst. In existenzbedrohenden Härtefällen sollen auch nichtversicherbare Kulturen aus dem Katastrophenfonds unterstützt werden.
Eine Senkung des Mindesinvestitionsbeitrages für Schutzeinrichtungen im Obst- und Weinbau sowie eine einmalige Rabattierung der Sozialversicherungsbeiträge seien ebenfalls vereinbart worden, so Dunst.

Verlustschätzung: 150 Millionen Euro

Im Burgenland dürften die drei Frostnächte Ende April einen Wertschöpfungsverlust von rund 150 Millionen Euro verursacht haben, so die erste Schätzung von Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger. "Die Erzeugerpreise sind ohnehin sehr angespannt. Durch den Frost kommen weitere Einkommensverluste hinzu."
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