17.04.2016, 08:16 Uhr

Gemeinsam gegen die Mega-Maut

Benedikt Bittmann sprach sich mit regionalen Wirtschaftsvertretern gegen die Mega-Maut aus. (Foto: KK)

WK-Vizepräsident Benedikt Bittmann war im Rahmen von „WKO on tour“ im Bezirk unterwegs.

Wünsche, Probleme und Anliegen von Unternehmern direkt vor Ort zu diskutieren und das umfangreiche Angebot der Wirtschaftskammer in den Bereichen Service und Bildung zu präsentieren ist das Ziel von „WKO on tour“. Bei der jüngsten Tour war WK Steiermark-Vizepräsident Benedikt Bittmann gemeinsam mit Regionalstellenobmann Herbert Spitzer im Bezirk utnerwegs. Zentrales inhaltliches Thema: Der Kampf gegen die drohende „Mega-Maut“.

650 Millionen Euro

Eine flächendeckende Maut für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, wie sie derzeit in der Steiermark und in vielen anderen Bundesländern angedacht wird, wäre ein „Anschlag auf die regionale Wirtschaft“, warnten Bittmann und Spitzer. Mehrkosten in der Höhe von 650 Millionen Euro drohen. Dagegen machen die Unternehmer nun mobil. Denn die Folgen einer solchen Maut wären vor allem für den ländlichen Raum fatal. „Damit würde sich jeder gefahrene Kilometer um rund 30 Cent verteuern, was unterm Strich eine Mehrbelastung von sage und schreibe 650 Millionen Euro jährlich ergibt“, so Bittmann. Das bleibt natürlich auch für die Konsumenten nicht ohne Folgen. Einer Studie des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik der WU Wien zu Folge würde diese Mega-Maut jedem Österreicher durchschnittlich 77 Euro pro Jahr kosten. Denn höhere Transportkosten schlagen sich natürlich auch bei den Preisen für die Endkonsumenten nieder. „Der Staat muss endlich lernen mit seinem vielen Geld auszukommen anstatt ständig neue Steuern zu erfinden“, mahnt Obmann Spitzer.

131% Steigerung

Gerade der Verkehrsbereich sei dafür ein allzu gutes Beispiel. Hier sind die Steuereinnahmen in den vergangenen zehn Jahren nämlich um 131 Prozent gestiegen, die Ausgaben für den Straßenbau aber um 6 Prozent gesunken. Geld, das zum Stopfen diverser Budgetlöcher verwendet wurde. Und nun will die Politik den dadurch ausgelösten Investitionsstau mit einer zusätzlichen Mega-Maut lösen. „Das wäre ein Anschlag auf die regionale Wirtschaft“, ist Bittmann überzeugt.

Gemeinsame Lösung

Die Wirtschaft spricht sich klar gegen eine flächendeckende Maut aus. Um Alternativen aufzuzeigen und Lösungsansätze zu diskutieren, hat die WKO Steiermark bei einer verkehrspolitischen Enquete nach Auswegen aus dem Finanzierungsdilemma gesucht. „Wir wollen einen Lösungsbeitrag für die künftige Finanzierung und Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum leisten. Eine Lösung, die auch ohne Mega-Maut möglich ist“, so Obmann Spitzer abschließend.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.