10.03.2016, 14:17 Uhr

Kassenarztmangel erfordert Maßnahmen

SP-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling freut sich über Lösung im „Ärztestreit“. Reform bei Privathonoraren ist noch notwendig. Sabbatical wird eingeführt. (Foto: SPÖ Tirol)

Gabi Schiessling fordert dringende Maßnahmen zur Aufwertung des Berufs des Kassenarztes und das Einsetzen von Primary Health Care-Zentren.

„Es besteht akuter Handlungsbedarf, will man das Angebot an niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten auch in Zukunft sichern“, weiß SP-Gesundheitssprecherin und Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling um die Aufgabenstellungen im Gesundheitsbereich Bescheid.

Kassenarztstellen bleiben unbesetzt

Mehrere Kassenstellen können derzeit in Tirol nicht nachbesetzt werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. „Ich fordere infrastrukturelle Maßnahmen und eine bessere Bezahlung der KassenärztInnen. Es muss wieder attraktiver werden, eine Kassenstelle anzunehmen.“, so Gabi Schiessling.

Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität von Kassenarztstellen

Eine der Maßnahmen sei die Abschaffung der Deckelung der Abgeltung ärztlicher Leistungen durch die Sozialversicherung. Das bedeutet in der Realität: Je mehr PatientInnen sich in Vertragspraxen behandeln lassen, desto weiter wird die Abgeltung der ärztlichen Leistungen durch die Sozialversicherungen reduziert, so Schiessling. Neben dieser Verbesserung müssten die Praxen besser ausgestattet werden und bessere Wohnmöglichkeiten für ÄrztInnen geschaffen werden. Die komplizierte Gründung von Gruppenpraxen müsste vereinfacht werden, fasst Schiessling die Maßnahmen zusammen. Dieses Maßnahmenpaket würde den Beruf aufwerten und mehr junge Menschen anziehen.

Primary Health Care-Zentren

Für die Primärversorgung seien, die schon länger geforderten, Primary Health Care-Zentren notwendig. „Die enge Kooperation mehrerer Berufsgruppen – Ärztinnen und Ärzte, Pflege, therapeutische Dienste – in einem Haus, würde eine noch bessere, ganzheitliche Versorgung im niedergelassenen Bereich bedeuten.", sagt Schiessling. Allerdings würde dies ein Einlenken der ÄrztInnenschaft bedeuten.

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