21.04.2016, 06:30 Uhr

"Pröll führt OÖVP vor"

Der tägliche Stau auf der Mauthausener Brücke ist nur eines von vielen Verkehrsproblemen im Zentralraum. (Foto: BRS)

Der oö. Infrastrukturlandesrat findet im BezirksRundschau-Gespräch harte Worte für Erwin Pröll.

OÖ (pfa). Die Arbeiten an den Donaubrücken halten den Zentralraum in Atem. "Als ich die Gesamtheit meines Erbes realisiert habe, habe ich mit Entsetzen festgestellt, dass keine zukunftsorientierte Planung erfolgt ist", sagt Günther Steinkellner (FPÖ), der seit Herbst Infrastrukturlandesrat ist. Die Sanierungen und Sperren an gleich mehreren neuralgischen Punkten waren seit Jahren bekannt. Passiert sei aber nichts. Bei der Mauthausener Brücke spitzt sich die Lage zu. Eine Sanierung 2018 dürfte unumgänglich sein. Die bisher vom Land OÖ – und auch von Steinkellners Vorgänger Franz Hiesl (ÖVP) – bevorzugte Variante war, ein Stück donauabwärts eine neue Brücke zu bauen. Das dürfte jetzt endgültig gestorben sein. Auch an dieser Stelle würde ein Teil der Brücke auf oberösterreichischer, der andere auf niederösterreichischer Seite stehen. Die Grundeigentümer in Niederösterreich legen sich jedoch quer. "Ich verwette meinen Kopf, dass wir dort vor 20 Jahren keine Brücke zusammenbekommen". So zitiert Steinkellner den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll.

"Ich habe mich bei Erwin Pröll für den Standort der Brücke starkgemacht. Meine Bemühungen waren aber nicht von Erfolg gekrönt", erzählt er von seinem Besuch in St. Pölten. Auch Landeshauptmann Josef Pühringer habe interveniert. Man habe immer darauf vertraut, dass man mit den Niederösterreichern diesen Standort für die neue Brücke zusammenbringt, erzählt Steinkellner. "Erwin Pröll führt nicht nur die Bundespartei vor, sondern auch die oberösterreichische Filiale", sagt er. Die Sanierung der Mauthausener Brücke 2018 würde eine Sperre von mehreren Wochen nach sich ziehen – für die ansässigen Unternehmen eine Katastrophe. Ein Neubau am derzeitigen Standort wird bis 2021 dauern. Derzeit prüft man noch "andere Ideen", um ein totales Stauchaos in zwei Jahren zu umgehen. Aber sogar ein weiterer Bittgang der Parteigranden nach St. Pölten dürfte an der Situation nicht viel ändern.
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