29.04.2016, 14:55 Uhr

Die Bevölkerung vor Katastrophen schützen

Im Admonter Hotel Spirodom wurde der Ausbildungskurs zum Wildbachaufseher vorgestellt.

Um Naturkatastrophen verringern zu können, werden laufend neue Wildbachaufseher ausgebildet.

Im Hotel Spirodom in Admont fand kürzlich der Ausbildungskurs zum Wildbachaufseher statt. Zum bereits dritten Mal wurde der Kurs abgehalten, wobei auch dieses Mal die maximale Teilnehmerzahl erreicht wurde. Drei Tage lang bekamen die 36 Anwesenden alle relevanten Inhalte in rechtlicher, technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht vermittelt. Neben einem Theorieteil wurde auch darauf geachtet, möglichst viel Wissen anhand von praxisnahen Erfahrungen zu sammeln. Ziel ist die Schulung von Wildbachaufsehern, um die regelmäßigen Überwachungsaufgaben der gesetzlich vorgeschriebenen Wildbachbegehungen durchzuführen zu können.
In der Steiermark gibt es 3.246 Wildbäche, mit rund 15.000 Bauwerken in unmittelbarer Nähe. "Die Gefahren sollen erkannt und für die jeweiligen Gemeinden dokumentiert werden. Das Hochwasser kann damit deutlich verringert werden", führt Veranstalter Max Pöllinger von der Wildbach- und Lawinenverbauung in seiner Begrüßungsrede aus.

Unterstützung

Eine große finanzielle Herausforderung stellen die Wildbäche für die Gemeinden dar. In Admont, mittlerweile die flächenmäßig zweitgrößte Gemeinde der Steiermark, ist man sich diesem Umstand bewusst. "In Weng gibt es 14 Wildbäche mit Gefahrenpotenzial und 20 bekannte Lawinen", weiß Bürgermeister Hermann Watzl.
Eine ähnliche Situation bietet sich in Ardning. Im Gemeindegebiet liegen 16 Wildbäche, die zum Teil von der Gemeinde saniert werden müssen. Für Ardnings Bürgermeister Hans Egger ist es "eine große finanzielle Belastung" und wünscht sich mehr Unterstützung: "Bund und Land müssen mitmachen, sonst ist es nicht zu stemmen".
Derzeit sind durchschnittlich 24 Prozent der Gesamtkosten von den Interessenten - in den meisten Fällen die Gemeinden - zu tragen. Die restlichen 76 Prozent teilen sich Bund und Land auf.

Ausblick

Auch in Zukunft sollen weiterhin mindestens zwei Kurse jährlich in ganz Österreich abgehalten werden, davon soll einer wieder in der Steiermark stattfinden. Außerdem ist für 21. Juni ein Erfahrungsaustausch für Teilnehmer und Interessierte geplant.
Die Ausbildung zum Wildbachaufseher trägt zur Sicherheit vor Katastrophen bei und sorgt für zusätzlichen Schutz für die Bevölkerung. "Jedoch können wir verbauen was wir wollen, letztlich hat immer die Natur das letzte Wort", stellt Watzl zum Abschluss klar.
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