04.06.2016, 16:06 Uhr

Bei sozialen Sorgen zur Stelle

30-Jahr-Feier der psychosozialen Beratungsstelle Mürzzuschlag (v.l.): Heinrich Kammerlander, Vizebgm. Ursula Haghofer, GF Joachim Pichler, Leiterin Sonja Kahr, Vorsitzender von "Rettet das Kind" Bernd Bauer, GF Leo Payr und Joachim Hofer (Bezirkshauptmannschaft).
Mürzzuschlag: Stadtsaal |

Die "Psychosoziale Beratungsstelle Mürzzuschlag" feiert ihr 30-jähriges Bestehen in Mürzzuschlag.

Seit 30 Jahren ist die psychosoziale Beratungsstelle in Mürzzuschlag Anlaufstelle für Menschen mit psychischen, familiären und sozialen Problemen. Das wurde im Stadtsaal Mürzzuschlag gefeiert - mit MitarbeiterInnen des Trägervereins "Rettet das Kind" und Ehrengästen - musikalisch umrahmt von der "Lilakühl Celloband".

Mürzzuschlager waren die Ersten
"Die Initiative ging im Jahr 1985 von Sozialarbeiterinnen der Bezirkshauptmannschaft und dem Arbeitsamt aus", sagte Geschäftsführer Leo Payr. Ziel war, auf Probleme durch Drogen und Alkohol und jene außerhalb der behördlichen Sozialarbeit zu reagieren. Eine Serviceleistung sollte entstehen, die Kinder, Familien und Arbeitslose unterstützt, nicht aus der Gesellschaft herauszufallen.
Das in Mürzzuschlag entwickelte Konzept sei folglich steiermarkweit in Einrichtungen von "Rettet das Kind" verankert worden, so Bernd Bauer, der Vorstandsvorsitzende.
Im Jahr 1997 kam die sozialpsychiatrische Tagesstruktur hinzu, "die Menschen hilft, Kontakte zu pflegen und Fertigkeiten zu lernen", sagte Sonja Kahr die Leiterin der Beratungsstelle. Heute gibt es zudem die mobile sozialpsychiatrische Betreuung, die im nahen Lebensumfeld stattfindet.
Ziel dieser Angebote war, die teure vorwiegend stationäre Behandlung zu verringern - durch den Aufbau einer ambulanten und unmittelbaren Behandlung, ergänzt um eine gute Vernetzung mit anderen Partnern.

Leidsdruck lindern
Unser Angebot werde laut Sonja Kahr zu 68 Prozent von Frauen genützt. "Rund ein Drittel der KlientInnen leidet unter Depressionen, ein Drittel unter Angststörungen und fehlenden Bewältigungsmöglichkeiten und ein Drittel hat Konflikte in der Familie infolge von Scheidung oder Krankheit."

Bürgermeister Karl Rudischer, herangeeilt vom Bezirkspolizeikommando, zeigte sich froh, dass zu Zeiten des Strukturwandels die Beratungsstelle gekommen sei. Menschen seien auch mutlos, so Rudischer. Für Joachim Hofer in Vertretung von Bezirkshauptfrau Budiman sei wesentlich, "dass Leute das bekommen, was sie wirklich brauchen", dann brauche es weniger Sicherheitspersonal.

Kostenloses Angebot
Rund 500 Personen nutzten im Vorjahr das Angebot. Die Beratungsstelle unterstützt bei akuten und chronischen psychischen Erkrankungen sowie Themen, die Frauen und Mädchen betreffen. Angehörige und Bezugspersonen können dieses Angebot ebenso nutzen. Das 7-köpfige multiprofessionelle Team berät auch anonym.
Laut WHO hat jeder vierte Mensch einmal in seinem Leben schwere psychische Probleme.
Barbara Pototschnig
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