30.05.2016, 10:10 Uhr

Was unterscheidet und verbindet Christentum und Islam?

Murat Baser (Foto: Pfarre Andorf)
ANDORF (ska). Der Islam bewegt die Menschen in Österreich. Nicht zuletzt aufgrund der großen Anzahl von Asylwerbern und durch Berichte von Terroraschlägen. Etwa 150 Besucher folgten am 23. Mai der Einladung zum Vortrag „Um Gottes/Allah´s willen". Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum und Islam wurden an diesem Abend im Pfarrsaal Andorf mit einem muslimischen und einem christlichen Referent diskutiert.

Der Vorsitzende der Muslimischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich, Murat Baser, erklärte die Grundlagen des Islam. Wichtig sei, dass die islamische Lebensweise äußerlich und innerlich gelebt werde, wobei der Referent die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit nicht verschwieg. Viele Personen des Alten Testaments gelten im Islam als Propheten. So ist der wichtigste Prophet nach Muhammad Jesus.

Stefan Schlager, der Leiter der Theologischen Erwachsenenbildung der Diözese Linz, strich hervor, dass Christentum mit Judentum und Islam zur selben Religionsfamilie gehören. "Ebenso eint uns der Glaube an einen Gott, der Schöpfer der Welt und barmherzig ist, der Glaube an die Auferstehung, die Überzeugung, dass der Glaube Folgen für das Handeln im Alltag hat", sagt er.

Als zentralen Unterschied strich er hervor, dass im Islam ein Buch (Koran) im Zentrum stehe, während die Mitte des Christentums eine Person (Jesus Christus) bilde. Auch das Gottesbild und das Verständnis von Offenbarung Gottes seien in beiden Religionen unterschiedlich. Im alltäglichen Umgang gebe es außerdem sehr unterschiedliche Tabugrenzen.

Die Referate boten viel Gesprächsstoff, wie Schärdings Dekanatsassistent Martin Brait berichtet. "Große Zustimmung fand ein Hinweis von Schlager auf ein Grundprinzip des Gesprächs zwischen den Religionen: Man darf nicht das Ideal der einen Religion mit den Schattenseiten der anderen vergleichen", sagt Brait. Auch bei einem Buffet, das Asylwerber aus Andorf zubereitet hatten, wurde noch lange und intensiv weiterdiskutiert.

Organisiert wurde der Abend von der Flüchtlingskoordination Schärding, in Gemeinschaft mit dem Kath. Bildungswerk, dem „Regionalen Kompetenzzentrum für Integration und Diversität“ (REKI) und dem türkischen Verein ATIB.
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