18.07.2016, 12:14 Uhr

"Thank you for everything"

Rot-Kreuz-Abteilungsleiterin Cornelia Raderer mit Atena, die seit Weihnachten im Bezirk Tulln lebt und zur Schule geht. (Foto: Zeiler)

Deutsch-Kurse, Taxi-Dienste und Sozialnachmittage: So funktioniert Integration im Bezirk.

BEZIRK TULLN. Vor einem Jahr begann der Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Die Bezirksblätter haben sich im Bezirk Tulln umgesehen, wie die Lage in den Gemeinden ist und wie die Fortschritte bei der Integration sind.
"Es ist schon alles vorbereitet: Die Wohnung, die Lehrer und auch die Pfarre ist involviert", sagte Grafenwörths Bürgermeister Alfred Riedl vor einem Jahr, als er in der Gemeinde die erste syrische Familie aufgenommen hat. Die Motivation der Zivilgesellschaft in Sachen Hilfe habe nachgelassen, daher sei es umso wichtiger, dass die Asylwerber gemeinnützige Tätigkeiten durchführen dürfen, denn "am Ende muss bewusst werden, dass Arbeit besser ist, als von der Mindestsicherung zu leben", ist Riedl überzeugt.

Taxi-Dienste werden weniger

Mussten jene geflüchtete Personen, die in Sieghartskirchen untergebracht wurden, anfangs noch chauffiert werden, reduziert sich dies zunehmend: "Sie sind bereits mit dem Bus oder den Fahrrädern unterwegs. Sie sind selbstständig und wissen, wo sie wie hinkommen", sagt Josefa Schopper. Bei Behördenwegen, AMS-, oder Krankenkassenterminen lässt man die Asylwerber jedoch (noch) nicht allein und unterstützt so gut es geht.

Praxisplätze gesucht

In Mitterndorf schreibt man "tiefschwarze Zahlen", sagt Theres Friewald-Hofbauer. Die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung funktioniere völlig reibungslos, durch die fehlende Infrastruktur im Ort müssen jedoch Zusammentreffen immer organisiert werden. Was gänzlich fehlt sind unbezahlte Praxisplätze, auch die Nachbargemeinden nimmt Friewald-Hofbauer in die Pflicht, Asylwerber etwa für die Grünflächenpflege zu beschäftigen.

"Thank you"

"Zuerst muss ich Deutsch lernen, dann möchte ich zur Universität gehen", antwortet Atena auf die Frage nach ihren Wünschen. Die Afghanin wurde vom Roten Kreuz unter Cornelia Raderer, Abteilungsleiterin Flüchtlingsbetreuung, aufgenommen. In ihrem Land dürfen nur Mädchen der "upper class" die Schule besuchen, so ist sie dankbar, dass sie hier bereits einen Schulplatz in der HBLA hat. Was ihr wichtig ist: "Thank you to Red Cross for everything".

Zur Sache: Asylwerber im Bezirk
Absdorf: 13; Atzenbrugg-Heiligeneich: 8; Fels: 9; Grafenwörth: 7; Großriedenthal: 4; Großweikersdorf: 11; Judenau-Baumgarten: 13; Kirchberg: 27; Königsbrunn: 5; Königstetten: 16; Langenrohr: 0; Michelhausen: 53; Muckendorf-Wipfing: 3; Sieghartskirchen: 23; Sitzenberg-Reidling: 4; Sankt Andrä-Wördern: 103; Tulbing: 3; Tulln: 129; Würmla:; Zeiselmauer-Wolfpassing: 19; Zwentendorf: 15.

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