20.07.2016, 08:15 Uhr

"Chancen für Pilzfans stehen in diesem Jahr gut"

Auch Parasole mit einem Durchmesser von über 40 Zentimetern gehören zu Franz Kaisers größten Funden. (Foto: Kaiser)

Das feuchte Wetter begünstigt heuer wieder das Wachstum der Schwammerl in Urfahr-Umgebung.

BEZIRK (vom). "Dieses Jahr werden Pilzsammler wieder mehr Glück haben als letztes Jahr. Das feuchte Sommerwetter ist klimatisch gut für das Schwammerlwachstum, jedoch sind sie heuer etwas später dran", so Rudolf Schwaiger, Experte in der Abteilung Ernährungssicherheit der OÖ Landesregierung.
Begibt man sich auf die Suche nach Pilzen, gilt es einiges zu beachten. "Man sollte nur Pilze mitnehmen, bei denen man sich sicher ist, um welche es sich handelt. Ist der Pilz bekannt, sollte dieser abgeschnitten und nicht herausgerissen werden", so Schwaiger. Mitsamt Wurzelgeflecht dreht man Pilze nur aus der Erde, um alle Merkmale für eine Bestimmung zu erhalten. Diese Bestimmung ist im Zweifelsfall auch im Landesdienstleistungszentrum oder beim Magistrat möglich. Für jeden Sammler ist es wichtig, sich die Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger genau einzuprägen, denn es gibt keine allgemein gültigen Kennzeichen, um essbare von giftigen Exemplaren zu unterscheiden.
Geht man gezielt auf die Suche, empfiehlt Schwaiger die Pilze in einem Korb zu transportieren. Kunststoffbehälter und Plastiksackerl sind nicht geeignet, da sie nicht luftdurchlässig sind. "Ratsam ist, sich einen kleinen Pinsel mitzunehmen. So kann man gleich an Ort und Stelle mühelos Schmutz und Nadeln entfernen", erklärt der Experte.
Gesammelt werden sollten nur frische Schwammerl. Alte, schimmlige, weiche oder stark zerfressene Exemplare können durch die Eiweißzersetzung Giftstoffe bilden. Diese können zu schweren Vergiftungen führen. "Bei einem Frischetest greift man auf den Hut des Pilzes. Ist dieser schwammig, sollte er nicht mehr gegessen werden. Diese Schwammerl aber trotzdem stehen lassen, damit sie sich weiterverbreiten können", weiß Schwaiger. Wieder daheim sollten Pilze möglichst schnell verkocht werden. Wärme, Feuchtigkeit oder zu wenig Luftzufuhr lassen sie rasch verderben.


Im Dickicht suchen

Für seine Schwammerlfunde ist Franz Kaiser aus Herzogsdorf weit über die Gemeindegrenzen bekannt. In seinem persönlichen Rekordjahr hat er 36 Kilo Eierschwammerl gefunden. Obwohl dieses Jahr Eierschwammerl und Co noch auf sich warten lassen, hat der Pilzsammler bereits zwei Boviste mit einem Durchmesser von rund 30 Zentimetern gefunden. "In meiner Umgebung weiß ich schon ganz genau, wo Schwammerl wachsen", so Kaiser. Pilzsammlern und allen, die es noch werden wollen, rät der Herzogsdorfer im Dickicht zu suchen. Aber auch in Wiesen sollte man die Augen offen halten.
Speisepilze werden auch gerne in den Wirtshäusern im Bezirk angeboten. Vor allem Eierschwammerl haben es den Gäs-#+ten angetan – egal ob in feiner Rahmsauce, in einem Puten Cordon bleu oder geröstet als Beilage.
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