Lateinamerika-Institut benötigt Förderungen für Fortbestand
LAI-Insolvenz: Bezirk steht hinter Kulturinstitution

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Das Wiener Lateinamerika-Institut ist in die Insolvenz geschlittert. Seit 1965 ist das Institut im Herzen Wiens das einzige Kompetenzzentrum für Lateinamerika in Österreich. Bund und Stadt Wien schieben sich nun die Verantwortung für die Unterstützung gegenseitig zu.

Das traditionsreiche Kulturinstitut am Alsergrund musste am 17. Jänner Insolvenz anmelden. Als wesentliche Gründe nennt das LAI die sukzessive Kürzung von öffentlichen Subventionen sowie rückgehende Sprachkurs-einnahmen. Um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, braucht das Lateinamerika-Institut Förderungen im Ausmaß von jährlich € 100.000,- für die nächsten 3 Jahre. Wie LAI-Institutsleiterin Andrea Eberl erklärt, zielt man auf einen nachhaltig gesicherten Betrieb ab.

Das Kompetenzzentrum für Lateinamerika

Das Lateinamerika-Institut betreut etwa 2.000 Sprachschülerinnen und Sprachschüler, die zum Großteil am Alsergrund wohnen. “Sprachvermittlung ist auch immer Kulturvermittlung”, sagt Eberl und weist auch auf die zahlreichen Veranstaltungen in Form von Podiumsdiskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, Vernissagen, Lesungen und Buchpräsentationen hin. Weiters ist man als Kompetenzzentrum auch die erste Anlaufstelle für Geschäftsleute, Wissenschafter und Botschafter.

Kulturabteilung der Stadt: “Kaum Mehrwert für Wien”

Keine Unterstützung gibt es lt. Eberl für das Lateinamerika-Institut durch die MA7 (Kulturabteilung der Stadt Wien). Diese ist der Ansicht, das LAI bietet “kaum Mehrwert für Wien”. Auch eine zugesagte Förderung aus dem Bereich der Geschäftsgruppe Kulturpolitik (Stadträtin Kaup-Hasler) wurde wieder zurückgezogen, weil der Bund finanziell nicht mitziehe.

Solidaritätserklärungen der WienerInnen

Überwältigt ist Andrea Eberl über die Reaktionen aus der Bevölkerung. Mehr als 30.000 Solidaritätsbekundungen wurden innerhalb von 2 Tagen in den sozialen Medien abgegeben. Eine kurzfristig gestartete Petition wurde innerhalb von wenigen Tagen 2.500mal unterzeichnet. Viele Organisationen und Privatpersonen haben sich auch telefonisch gemeldet. Grundtenor: “Das kann gar nicht sein.”

Bezirk fordert Erhalt des LAI:

Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) hat die Nachricht “mit Bedauern vernommen” und meint: “Ich werde mich für den Erhalt des LAI einsetzen”. Sie kündigt Gespräche mit der Institutsleitung an, um auszuloten, ob und wie eine Unterstützung möglich ist – nicht nur bezirksseitig sondern auch von der Stadt Wien.

Die Klubobfrau der Alsergrunder Grünen, Josefa Molitor-Ruckenbauer, meint: “Das LAI bringt auf jeden Fall einen Mehrwert und ist eine Bereicherung für den Bezirk”. Sie kündigt an, die Situation mit der Wiener Landesgruppe zu besprechen.

Auch die FPÖ ist dem Erhalt des LAI positiv gestimmt. Klubobmann Gregor Amhof kündigt diesbezüglich eine Anfrage an den Bezirk an.

NEOS-Klubchef Szabolcs Nagy sieht im LAI eine etablierte Institution, die sowohl einen “hohen kulturellen als auch bildungspolitischen Wert” aufweist. Er ergänzt, dass nach seinen Informationen noch nicht um Förderungen angesucht wurde und der Ball nun beim Vorstand des Vereins liegt, über Kulturförderung das LAI wieder auf die Beine zu stellen.

Auch die Klubobfrau der ÖVP Alsergrund, Elisabeth Fuchs, sieht das LAI als "wichtige bildungspolitische Institution". Sie wird bezüglich des Erhalts mit Ihren KollegInnen im Wiener Rathausklub sprechen.

Der Betrieb ist zunächst bis Juni 2020 sichergestellt, damit können die Kurse im Sommersemester stattfinden.

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