KZ-Außenlager Leobersdorf
Grundeigentümer unterstützt die Errichtung eines Gedenkorts
- Diese Fundamentreste sind als letztes sichtbares Originalrelikt der NS-Zwangsarbeit im unteren Triestingtal von historischer Bedeutung. Sie sollen zugänglich gemacht werden und befinden sich auf der Fläche, die der Grundeigentümer TRA LEO GmbH zur Verfügung stellt.
- Foto: TRA LEO
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Teile des ehemaligen SOGIP-Areals in Leobersdorf sind historisch belastet. Hier befand sich ein Außenlager des KZ Mauthausen, in dem Zwangsarbeiterinnen der Patronenfabrik Hirtenberg untergebracht waren. Seit den 80er-Jahren ist das Areal als Betriebsgebiet gewidmet und zur Verbauung vorgesehen.
LEOBERSDORF. (red.) Die damaligen Eigentümer haben das Areal beim Bau der Südautobahn durch Überschüttungen stark verändert. Die TRA LEO GmbH & Co KG hat das Grundstück 2022 gekauft. Auch wenn das Bundesdenkmalamt zur Entscheidung gelangt ist, dass das Areal bebaut werden kann, will der neue Eigentümer eine angemessene Form des Gedenkens aktiv unterstützen.
Seit 2023 gibt es dazu Überlegungen, aber noch keinen gemeinsamen Plan für die Umsetzung. Jetzt hat TRA LEO die Lokalinitiative NS-Zwangsarbeit gemeinsam mit dem Mauthausen Memorial zu einem Termin eingeladen, um die nächsten Schritte zu setzen. Ein Konzept für einen Gedenkweg, das die Initiative Anfang 2026 vorgelegt hat, soll von TRA LEO mitfinanziert und umgesetzt werden.
- Die 'Winnetou-Wiese' in Leobersdorf: Ein Grundstück mit düsterer Geschichte, das nun für einen Gewerbepark genutzt werden soll.
- Foto: Sammlung Strobl
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Thomas Rattensperger, Geschäftsführer der TRA LEO GmbH, ist sich bewusst, dass an diesem Ort Dinge passiert sind, die niemals vergessen werden dürfen: „Wir wollen hier den bestehenden und kommenden Generationen mahnend vor Augen halten, zu welchen schrecklichen Taten Menschen fähig sind.“
Deshalb hat er schon 2023 erste Gespräche mit dem Mauthausen Memorial für eine Gedenkstätte geführt. Die Idee war es, auf einem gewerblich genutzten Areal das Bewusstsein dafür zu erhalten, was an dieser Stelle geschehen ist. „Es gibt in Wien und Niederösterreich ähnlich belastete Zonen wie das ehemalige KZ-Außenlager Schwechat, das heute als Flughafen-Parkplatz genutzt wird. Auch ein Gemüsegroßhandel in Wien-Simmering steht auf einem ehemaligen Lagergelände. Und es gibt weitere Beispiele in Österreich, an denen Bebauung, wirtschaftliche Nutzung und Gedenken miteinander verbunden sind.“
Konzept für einen Gedenkweg
Anfang 2026 hat die Lokalinitiative NS-Zwangsarbeit, ein Konzept für einen Gedenkweg vorgelegt, deren Umsetzung die TRA LEO GmbH unterstützen will. „Wir sind froh, dass die Bemühungen, ins Tun zu kommen, und zu einem gemeinsamen Termin geführt haben. Jetzt geht es darum, das Konzept gemeinsam final abzustimmen, die Umsetzung zu planen und den Gedenkort oder Gedenkweg zu realisieren. Wir stellen Flächen bereit, finanzieren mit und setzen die notwendigen Bauaktivitäten gerne mit um. Dazu werden wir einen Projektpfad entwickeln, um regelmäßig im Austausch zu bleiben und die Umsetzung auf den Weg zu bringen“, so Thomas Rattensperger. Auch Fragen zum Betrieb und zur Erhaltung des Gedenkorts müssen bei den Abstimmungen geklärt werden.
- Das Gelände.
- Foto: NCAP/Sammlung Strobl
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In Leobersdorf sollen Umfang und Qualität der historischen Aufarbeitung beispielhaft sein: „Wir wollen nicht nur eine Tafel aufstellen, sondern es soll das Geschehene erlebbar gemacht werden. Deshalb stellen wir für das Gedenken ein Areal von insgesamt 8.000m² zur Verfügung. Ein letztes sich darauf befindlich erhaltenes Barackenfundament, das als Originalrelikt der NS-Zwangsarbeit historisch bedeutend ist, soll zugänglich gemacht werden. Außerdem haben wir eine wissenschaftliche Begleitung durch die ARDIG für die in Bebauung stehenden Flächen in Auftrag gegeben“, sagt Rattensperger.
- Gedenkstele in Hirtenberg
- Foto: Stockmann
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Dass die Initiative zusätzliche 4.000m² eines benachbarten Grundstückes angekauft hat, sieht Rattensperger sehr positiv: „Nach 80 Jahren wollen auch wir als Unternehmen vorangehen und die lokale Initiative bei der Errichtung eines passenden Gedenkens unterstützen. Wenn es dafür noch mehr Raum gibt, kann das der Sache nur guttun. Wir gehen jedenfalls positiv und optimistisch in die Gespräche und hoffen, ein neues und wichtiges Kapitel in der Erinnerungskultur Leobersdorfs und Niederösterreichs mitschreiben zu können.“
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