Asphalt lässt Rauch aufsteigen

Bei Hans-Peter Mayer werden Asphalt, Beton und Bauschutt sortiert, deponiert und verarbeitet. | Foto: privat
  • Bei Hans-Peter Mayer werden Asphalt, Beton und Bauschutt sortiert, deponiert und verarbeitet.
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In Kottingbrunn gehen die Wogen hoch: Eine neue Asphalt-Heißmischanlage soll im Areal Mayer errichtet werden. Die Grünen machen dagegen mobil, protestierende Bürger erscheinen beim Pressegespräch mit der Bürgermeisterin. Die Politiker der Nachbargemeinden sind erbost.
KOTTINGBRUNN (zedl/ckr). „Das Ganze ist ein Verfahren der Landesregierung, und nicht Sache der Gemeinde“, betont Bürgermeisterin Gerlinde Feuchtl (SPÖ) zur Causa Asphaltmischanlage im Betriebsgebiet Kottingbrunn. Und sie führt zur Sache die Vorgeschichte des Areals aus: „Im Jahr 2007 hat die Firma Mayer dieses Areal übernommen. Es gab bestimmte Auflagen für dieses Grundstück (alte Deponie), nämlich Erdreich und Boden zu sanieren. All diese Auflagen hat das Unternehmen vorbildlich erfüllt.“ Seit 7.7.2009 gäbe es die Bewilligung für die Beton-Recyclinganlage, führt Feuchtl weiter aus, mit strengen Auflagen zum Thema Umweltschutz. Erst vergangene Woche habe Hans-Peter Mayer eine Überprüfung durch die Landesregierung gehabt, so Feuchtl, die Überprüfung nach dem Abfall-Wirtschaftsgesetz laufe gerade. Wenn das Land die neue Heißmischanlage, die die Recyclinganlage erweitern soll, bewilligt, dann könne die Gemeinde hier keine Taten setzen, betont die Bürgermeisterin bei dem emotional geladenen halb-öffentlichen Pressegespräch, zu dem sich protestierende Bürger ebenso wie Grüne Mandatare eingefunden haben.

Massive Belastung
Die Grünen befürchten mit der Errichtung eine massive Belas-tung der Bevölkerung, aber auch eine negative Auswirkung auf die Entwicklung des CCK-Betriebsgeländes. Aber vor allem wird die Art und Weise, wie das Thema seitens der Gemeinde „nicht kommuniziert“ wurde, kritisiert, es fehle die Transparenz, so die Grünen. „Die veröffentlichten Unterlagen lassen keine Rückschlüsse auf die Art der Anlage zu, es wird vielmehr von einer Abfallbehandlungsanlage, bzw. von einer Recyclinganlage gesprochen. Auch im veröffentlichten Umweltbericht kommt das Wort Asphalt nicht einmal vor“, so die Kritik der Grünen. Dem hält man seitens der Gemeinde entgegen: „Es gab schon 2009 eine Auflage zur öffentlichen Einsicht, und von 19.1. bis 3.3.2011 wurde neuerlich auf der Gemeinde aufgelegt. Grundsätzlich sind ja die Unterlagen in der Prüfungsabteilung des Landes, Herr Mayer hat uns die Unterlagen zur Verfügung gestellt. Außerdem stehen alle Unterlagen als Download im Internet zur Verfügung.“ Fazit der Bürgermeisterin: „Wir halten uns an die gesetzlichen Auflagen und werden einen Bürger-Info-Abend machen. Nach der öffentlichen Verhandlung wird das Ganze sicher innerhalb der Parteireihen noch diskutiert werden.“ Die Grünen haben gemeinsam mit Günselsdorf und Teesdorf eine Online-Petition gestartet.

Kritikpunkte:
Die Grünen sehen durch die neue Anlage eine Menge Belastungen auf Kottingbrunn zukommen:
• Feinstaub: Die für Kottingbrunn nächstgelegene Messstelle Bad Vöslau/Gainfarn hat von 1.1.2011 bis 24.2.2011 bereits 6 Tage mit einer Überschreitung für Feinstaub gemeldet. Das heißt der Tages-Mittelwert wurde an diesen Tagen überschritten. Durch die Anlage könnten sich lt. Grünen die Werte erhöhen.
• Verkehr: Laut Umweltbericht wird der An- und Abtransport der Recyclinganlage 130 LKWs pro Tag verursachen. Diese werden dann durch das Ortsgebiet von Günselsdorf oder von Kottingbrunn rollen. Dadurch kommt es zur weiteren Belastung der Wohngebiete. LAbg. Helga Krismer (Grüne Bezirkschefin) dazu: „Die Verkehrsflüsse sind leider kein Punkt bei einer gewerbebehördlichen Prüfung bzw. Bewilligung.“ Sie kritisiert im Zuge dessen die nicht durchdachte Raumplanung der Gemeinde.

Stimmen aus den Nachbargemeinden
Bgm. Alfred Artmäuer (SPÖ, Günselsdorf): „Wir liegen knapp über 600m entfernt, wir haben dadurch die höchste Belastung an Staub und Lärm. Wir werden die Petition mitunterstützen, Unterschriften dagegen sammeln und auch eine Stellungnahme an das Land zum geplanten Vorhaben abgeben. Ein interessanter Aspekt daran ist, dass in Oeynhausen bereits so eine Anlage steht, die bei weitem keine Auslastung hat. Somit würde die neue Anlage im Verdrängungswettbewerb auch noch Arbeitsplätze gefährden.“
Bgm. Hans Trink (SPÖ, Teesdorf): „Der LKW-Verkehr, den die Anlage mit sich bringt, ist untragbar. Dazu kommt die Belastung durch die Emmissionen der Anlage, wie Feinstaub und gesundheitsgefährdende Dämpfe, die der Wind zu uns herüberweht.Wir werden eine Unterschriftenaktion starten und die Petition mitunterstützen. Außerdem haben wir an die Gemeinde Kottingbrunn eine Stellungnahme geschickt.“
Bgm. Dieter Reinfrank (SPÖ, Tattendorf): „Wenn die umliegenden Gemeinden durch so eine Anlage bezüglich LKW-Verkehr zum Handkuss kommen, ist das absolut nicht einzusehen. Wir sind am allerletzten Limit einer zumutbaren Belastung durch LKW.“
Bgm. Gernot Pauer (PUL, Blumau-Neurißhof): „Der Schottergruben-Verkehr in Blumau ist jetzt schon mehr als bedenklich. Die Lebensqualität sinkt mit dem Verkehr gewaltig. Dass vier oder fünf Gemeinden durch ein Projekt derartige Nachteile in Kauf nehmen sollen, sehe ich nicht ein.“

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