11.06.2018, 19:36 Uhr

Grenzgänger – Österreich und Deutschland noch nicht unter einem Schirm?

"Grenzgänger" Dennis Schenker. (Foto: privat/Schenker)

BRAUNAU (fech). Dass Europa auch für Arbeitnehmer im grenznahen Gebiet unter einen Schirm gebracht werden soll, hat für Dennis Schenker aus Simbach gleich zweifache Bedeutung. Der Trainee im Key Account ist deutscher Staatsbürger, der täglich nach Braunau-Ranshofen fährt, um im Verkauf bei Europas größtem Schirmhersteller doppler zu arbeiten. Wie es dazu kam und was sein täglicher Weg zur Arbeitsstätte über den Inn alles mit sich bringt, erfahren wir von dem 27-jährigen Wahl-Simbacher.


Starnberg, Moskau, Kanada, Australien – und nun Simbach. Der deutsche Staatsbürger Dennis Schenker, der am Starnberger See geboren und aufgewachsen ist, ist in der Welt schon viel herum gekommen. Im Zuge seines BWL-Studiums mit Schwerpunkt Unternehmensführung hat er ein halbes Jahr in Moskau studiert und im Anschluss auch noch ein Studienjahr „Cambridge English“ in Kanada und Australien absolviert.
Schlussendlich zog es ihn wieder in seine Heimat Deutschland zurück. Auf der Suche nach einem spannenden und interessanten Job ist er im benachbarten Bayern sesshaft geworden.

Simbach am Inn wurde seine neue Heimat und der Schirmhersteller doppler in Braunau-Ranshofen seine neue Arbeitsstätte. Dort kann er sein Wissen, das er sich während des Studiums angeeignet hat, bestens umsetzen. Schenker ist im Bereich Key Account Regenschirme bei doppler tätig. Kundenbetreuung in Österreich, Deutschland, Europa und darüber hinaus gehören zu seinem täglich Brot.
„Mir macht der Job richtig Spaß und ich fühle mich in dem familiären Unternehmen sehr wohl. Abwechslungsreiche Tätigkeit im Verkauf und die Unterstützung der Key Accounts bringen jeden Tag interessante Aufgaben und Kontakte mit sich“, erzählt er begeistert.

Die Herausforderung als „Grenzgänger“ ist allerdings noch eine ganz spezielle. Zumindest sieht er das so und beklagt: „Europa und vor allem Österreich – Deutschland sollte auch für Arbeitnehmer im grenznahen Gebiet unter einen Schirm gebracht werden!“. Die Bayern und die Innviertler sind sich in der Mentalität und in puncto Arbeitseinstellung sehr ähnlich. Kompetentes Personal gibt es „drent und herent“. Die Staatsgrenze sollte gerade in dieser Region kein Hindernis für Arbeitssuchende darstellen, erzählt er weiter.

„Natürlich bekomme ich von meinem Arbeitgeber beste Unterstützung betreffend Arbeitsrecht und Steuerpflicht. Doch einen wirklichen Leitfaden, der in einfachen und klaren Schritten erklärt, was man als Grenzgänger alles beachten muss, gibt es leider nicht“, so Dennis.

Es sind zahlreiche Behördengänge erforderlich, um die wichtigsten Infos und Gesetzesvorschriften zu erfahren, was zeitintensiv ist. Bei Antritt eines neuen Jobs wolle man sich eigentlich voll und ganz auf die neuen Herausforderungen im Arbeitsalltag konzentrieren und sich nicht mit rechtlichen Dingen herumschlagen müssen.
„Manchmal hatte ich das Gefühl, man muss schon allein dafür studiert haben, um die komplexe Abwicklung im Steuer- und Arbeitsrecht zwischen den beiden Ländern zu verstehen“, berichtet der Trainee im Key Account.

Dass Braunau und Simbach zusammenhalten, sich gegenseitig helfen und gemeinsame Projekte auf die Beine stellen, habe er schon erfahren. Dass das auch auf die beiden Länder Österreich und Deutschland, im Speziellen zum Thema Arbeitnehmer, ausgeweitet werden sollte, wünscht er sich sehr.

Schenker ist begeistert von „seinen“ doppler-Schirmen und hofft, dass auch der „Arbeitsschirm“ über Deutschland und Österreich bald genauso gut funktioniert, wie jene, die er täglich verkauft. 
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