Burgenland Legenden
Liebe, Verrat und die Bluthalle in Lockenhaus
- Noch heute erinnern dunkle Flecken an Boden und Wänden der Bluthalle an das Massaker, das sich einst in der Burg ereignete.
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Vor sechshundert Jahren stand das Schloss Lockenhaus, damals im Besitz der Tempelritter, im Mittelpunkt einer dramatischen Belagerung. Die Truppen des ungarischen Königs Karl Robert versuchten über fünf Monate hinweg wiederholt, die Burg einzunehmen, doch die Verteidiger schlugen alle Angriffe zurück.
LOCKENHAUS. Die Burgbewohner und Tempelritter zeigten außergewöhnlichen Mut. Dreißigmal versuchten die königlichen Truppen, in die Burg einzudringen – jedes Mal erfolglos. Doch der Vorrat an Lebensmitteln wurde knapp, und die Moral der Verteidiger wurde auf die Probe gestellt.
- Hubert, der tapfere Templerknecht, floh vor den Königstruppen und setzte dabei alles aufs Spiel, um seine Pflicht zu erfüllen.
- Foto: Burg Lockenhaus
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Huberts riskante Mission
Inmitten der Belagerung erhielt Hubert, ein junger Templer und Bräutigam von Bärbi, den Auftrag, Lebensmittel zu besorgen. Heimlich schlich er sich durch die feindlichen Linien und brachte Korn und Vieh in die Burg zurück. Dabei besuchte er seine Verlobte Bärbi und ihre Mutter, die am Rande der Hungersnot das Spinnen ihrer Wolle fortsetzten.
Doch Hubert wurde entdeckt. Ritter Odilo, ein Angehöriger der königlichen Truppen, versuchte, ihn gefangen zu nehmen. Nach einem kurzen Kampf entkam Hubert – Bärbi und die Königlichen folgten ihm, und die junge Frau wurde schließlich gefangen genommen.
Gefangenschaft und Verrat
Am nächsten Tag wurde Hubert vor den feindlichen Oberbefehlshaber gebracht. Er sollte Informationen über die Burg preisgeben: Vorräte, Anzahl der Verteidiger, Wasserquellen und den geheimen Gang. Trotz Androhung von Folter weigerte sich Hubert, seine Kameraden zu verraten.
„Ich bin ein wehrloser Knecht“, erklärte er, „aber aus meinem Mund wird kein Verrat kommen.“
- Die Burg Lockenhaus diente einst als Schauplatz von Belagerung und erbittertem Kampf.
- Foto: Burg Lockenhaus
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Fatale Rettungsaktion
Hubert entschied sich schließlich, den Königlichen den geheimen Gang zu zeigen, um Bärbi zu retten. Er führte 300 Krieger in den Wald zur Felsenschlucht, die in die Burg führte. Doch die Rettungsaktion endete tragisch: Die Tempelritter wurden überwältigt, die Burg geplündert und teilweise zerstört.
Bärbi war außer sich vor Verzweiflung: „Weh dir und mir! Du hast deinen Schwur gebrochen, du bist zum Verräter geworden! Du allein bist schuld an dem Tode der vielen braven Männer! Wir müssen unsere furchtbare Tat mit unserem Tode sühnen!“
Mit einer unglaublichen Kraft des Wahnsinns ergriff Bärbi Hubert, und die beiden stürzten gemeinsam in die Tiefe.
Bluthalle und ewiges Gedenken
Jahrhunderte vergingen, doch die Halle, in der damals so viel Blut geflossen war, trägt bis heute den Namen „Bluthalle“. Dunkle, schwarzrote Flecken an Wänden und Boden erinnern an das Massaker, das weder Zeit noch Wasser zu tilgen vermochten. Die Gespenster der gefallenen Ritter sollen noch immer zur Mitternachtsstunde durch die Halle ziehen. Als ein späterer Besitzer die Wände übertünchen ließ, erschien der Geisterzug ein letztes Mal unter Kampfgetümmel und Schlachtenrufen. Am nächsten Morgen waren die alten Blutspuren deutlicher zu sehen als je zuvor und seither wagt niemand, sie zu entfernen.
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